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Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) und das Motto: „Wir sind viele – jede*r Einzelne von uns.“

Die Debatte

Frankfurt: Gemeinsam gegen den Hass

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Die „Frankfurter Erklärung der Vielen“ sucht auch Lösungen gegen Rassismus und Antisemitismus.

Teilhabe für alle, unabhängig von der Herkunft – das ist der Anspruch der „Frankfurter Erklärung der Vielen“. Kunst, Kultur und Wissenschaft sind für alle da. So weit, so klar. Ungewöhnlich hingegen das Format der Veranstaltung, mit der die Erklärung am Freitag verabschiedet wurde.

Da setzten sich nämlich kleinere Gruppen an drei Tische, um miteinander zu sprechen, auch über Rassismus. Eva Berendsen von der Bildungsstätte Anne Frank berichtete: „Wenn wir in unserem Onlineauftritt Position beziehen, wird es ganz schlimm.“ Eine Kollegin sei mit dem Tod bedroht worden. „Wenn ich etwas über Religionsfreiheit sage, bin ich sofort ,im Bunde mit den Islamisten‘. Wir müssen immer ein Auge auf die Kommentarspalte haben.“

Mirjam Wenzel, die Direktorin des Jüdischen Museums, sagte, in der Amtszeit ihres Vorgängers habe es „praktisch keine Vorkommnisse“ gegeben – jetzt seien die Erinnerungsstätten zunehmend mit Gewaltbereitschaft konfrontiert. „Du Jude, du Opfer“ sei als Schimpfwort verbreitet: „Die Lehrer sind damit überfordert.“

Wie Schüler solche Wortwahl begründen, wollte Marc Grünbaum wissen, der Kulturdezernent der Frankfurter Jüdischen Gemeinde. „Die arabischen Schüler mit ihrer Herkunft“, sagte Katharina Fertsch-Röver, Pädagogin am Schultheater-Studio, für andere sei der Begriff schon in den Wortschatz übergegangen. „Eine Sache, auf die wir ein Auge behalten müssen.“

Grünbaum erklärte, es stimme nicht, dass sich ältere Rabbiner nicht mehr mit Kippa auf die Straße trauten, wie es kürzlich im Zusammenhang mit einem tätlichen Angriff in Langen hieß. „Eine Bedrohungslage sehe ich in Frankfurt nicht“, sagte Grünbaum. „In Offenbach haben wir da andere Erfahrungen gemacht.“

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