Wohnen

Gemeinsam für Quartiere am Schienennetz

  • Christoph Manus
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Die Stadt Frankfurt tritt der Wohnungsbauinitiative „Großer Frankfurter Bogen“ des Landes bei. Dabei hatte sich Planungsdezernent Josef zunächst sehr skeptisch geäußert.

Die Stadt Frankfurt hat sich der Initiative „Großer Frankfurter Bogen“ angeschlossen, mit der das Land Hessen die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum in Kommunen fördert, die vom Frankfurter Hauptbahnhof aus per S-Bahn oder Regionalexpress in höchstens 30 Minuten Fahrt zu erreichen sind. Für dieses Gebiet sieht Wohnungsbauminister Tarek Al-Wazir (Grüne) ein Potenzial von 200 000 neuen Wohnungen. Um dieses zu erschließen und die Herausforderungen der Wachstumsregion Frankfurt/Rhein-Main zu lösen, müssten Land, Kommunen und Wohnungswirtschaft zusammenarbeiten, sagt er. „Deshalb freue ich mich ganz besonders, dass auch Frankfurt sich beteiligt.“

Der Frankfurter Planungsdezernent Mike Josef (SPD) hatte sich zunächst – auch aus Ärger über die mangelnde Unterstützung des Landes für neue Quartiere im Nordwesten Frankfurts – skeptisch zu den Plänen Al-Wazirs geäußert. Diese seien „alter Wein in neuen Schläuchen“, sagte er im Sommer 2019. Frankfurt hat sich denn auch nicht sehr beeilt, der Initiative beizutreten. Sie ist die 34. Kommune, die einen entsprechenden Partnerschaftsvertrag mit dem Land unterzeichnet hat. In diesem macht die Stadt deutlich, dass sie weiterhin die Mobilisierung von Wohnbauland vorantreiben wolle. Das Land verspricht, sich an den dabei entstehenden Kosten zu beteiligen.

„Wir wollen unseren Beitrag leisten und mehr bezahlbaren Wohnraum in lebenswerten Quartieren schaffen“, sagt Josef. Dabei unterstützt er insbesondere den Ansatz, dass neue Quartiere einen Anschluss an das Schienennetz brauchen. Die Verknüpfung von Wohnungsbau und klimafreundlicher Mobilität sei eine der Schlüsselfragen, die es zu lösen gelte, heißt es. Dass das von Al-Wazir geführte Ministerium für Wohnungsbau und für Verkehr zuständig ist, könne dazu beitragen, „Wohnungsbau nicht nur schneller möglich zu machen, sondern auch die zugehörige Verkehrsinfrastruktur zu finanzieren“.

„Wir haben eine Reihe von Projekten, mit denen wir uns einbringen wollen“, sagt Josef. Die Stadt prüfe etwa verschiedene Vorhaben der Innenentwicklung hinsichtlich ihrer Eignung für den „Großen Frankfurter Bogen“. Josef erwähnt zudem das Quartier am Römerhof, in dem mehr als 2000 Wohnungen entstehen könnten, und die möglichen neuen Quartiere im Nordwesten der Stadt, die jeweils eine gute Schienenanbindung haben sollen. An den Römerhof könnten die U5 und Straßenbahnen der Linie 17 fahren. Bei der Anbindung der Quartiere an der A5 setzt die Stadt etwa auf die S-Bahn, die geplante Regionaltangente und eine mögliche Verlängerung der U7.

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