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Draußen beiben: Ein Zaun versperrt seit Montag den Weg zum Baugebiet.
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Draußen beiben: Ein Zaun versperrt seit Montag den Weg zum Baugebiet.

Stadtnatur

Frankfurt: Geht’s auch kleiner - den Bäumen zuliebe?

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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Im Gallus spitzt sich der Konflikt um einen Neubau, eine Rosskastanie und eine Vogelkirsche zu. BUND und CDU wollen die Bäume erhalten.

Ein Zaun ist errichtet worden, am Montag schon. Er spaltet die Lager. Es geht um zwei Bäume. Nur zwei Bäume, mögen jene sagen, die die Lage am Kameruner Rosengärtchen mit den riesigen Verlusten vergleichen, die etwa der Regenwald am Amazonas oder die Waldbrandgebiete in Nordamerika und Australien zu verkraften haben. Aber zwei Bäume haben oder nicht haben, das mache im Klimawandel durchaus einen Unterschied, sagen die Anwohnerinnen und Anwohner des Gebiets Kameruner Rosengärtchen/Altenhainer Straße an der Grenze zwischen Gallus und Europaviertel.

Deshalb kämpfen sie seit Monaten dagegen, dass eine Rosskastanie und eine Vogelkirsche weichen müssen, weil sie am Rand des Baugebiets für eine Kindertagesstätte und 18 Wohnungen stehen. Der erste Fällungstermin vor vier Wochen wurde im Angesicht des Protests abgeblasen – nun sei ein Zaun errichtet worden, berichtet Antje Ries, eine der Baumschützerinnen. Es sei zu befürchten, dass dadurch die Gegner ferngehalten werden sollten. Und dass die Fällung unmittelbar bevorstehe.

Der Frankfurter BUND hatte sich bereits klar dafür ausgesprochen, die Baupläne so zu ändern, dass die Bäume stehen bleiben können. Das wäre auch ganz nach dem Wunsch der CDU im Ortsbeirat 1.

Zur Sitzung am gestrigen Dienstag hatte sie einen Antrag eingereicht: „Bäume im Europaviertel erhalten.“ Darin sollte der Magistrat aufgefordert werden, die Planungen zum Bau des Mehrfamilienhauses mit Kita „zu prüfen und so zu verändern, dass die beiden Bäume (Rosskastanie und Vogelkirsche), welche vor Beginn der Bauarbeiten gefällt werden sollen, erhalten bleiben können“. Die Sitzung war bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch im Gang. Das Bauvorhaben, so die CDU, biete seit Monaten Anlass für Diskussionen in der Nachbarschaft. Die zwei zu fällenden Bäume lägen bekanntlich „nicht einmal auf dem zu bebauenden Grundstück“, sie stünden nur den Baumaschinen im Weg, und ihre Wurzeln würden durch den Kellerbau zu stark eingeengt.

CDU fordert Umplanung

„Die Ersatzpflanzungen, die an anderer Stelle geschehen sollen, sind kein wirklicher Ersatz“, betonen die Christdemokraten im Einvernehmen mit BUND und Nachbarschaft, „vor allem da es im Europaviertel, auch dank des immer noch geschlossenen Europagartens, an Grün mangelt“. Neuer Wohnraum und zusätzliche Kitaplätze seien durchaus positiv zu bewerten – aber im Einklang mit dem bestehenden Grün, dass ja auch den Kitakindern und den künftigen Hausbewohnerinnen und Hausbewohnern zugute käme.

Die Baumfreundinnen und -freunde haben inzwischen alte Pläne gefunden, wie das ursprüngliche Projekt hätte aussehen können. Damals, vor rund zehn Jahren, sollte nur die Kita gebaut werden. Das Kasseler Architekturbüro Baufrösche war mit der vorhandenen Fläche ausgekommen, ohne die Bäume anzutasten. Da war freilich auch noch keine Rede von zusätzlichen 18 Wohnungen. Dennoch: „Bisher heißt es seitens der Frankfurter Stadtpolitik immer, es gehe nur so wie aktuell geplant und nicht anders“, sagt Antje Ries. „Dieser Entwurf zeigt das Gegenteil. Er wurde vom Grün gedacht – und das bereits im Jahr 2010.“

Auf Anfrage der Frankfurter Rundschau verweist das Umweltdezernat an die ABG Frankfurt Holding GmbH, die beim Bau des Komplexes federführend ist. Dort blieb die Bitte um Informationen zu den weiteren Plänen am Montag und Dienstag unbeantwortet.

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