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Frankfurt: Gefahr von oben im Wald

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Von: Thomas Stillbauer

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Vorsicht beim Waldspaziergang - die Klimakrise lässt Äste leichter abstürzen.
Vorsicht beim Waldspaziergang - die Klimakrise lässt Äste leichter abstürzen. © peter-juelich.com

Nach dem Todesfall durch einen Astbruch laufen die Ermittlungen noch. Weitere Fälle sind künftig nicht ausgeschlossen.

Ein kranker Wald belastet die Gesundheit der Menschen nicht nur, weil er langfristig als CO2-Fresser, Schatten- und Sauerstoffspender ausfällt. Im Oktober starb eine 73-jährige Frau, als im Frankfurter Stadtwald auf Sachsenhäuser Gebiet ein Ast herabstürzte. Vor solchen Unglücksfällen werden Erholungsuchende auch künftig nicht sicher sein.

„Wir sind immer noch schockiert davon“, sagte Klima- und Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) bei der Vorstellung des Waldzustandsberichts am Donnerstag. „Aber es gibt für uns keine Möglichkeit, jeden Quadratmeter Wald zu kontrollieren.“ Es sei eine Folge des Klimawandels, dass Bäume verstärkt Äste abwerfen, um ihre Verdunstungsfläche zu verringern und nicht auszutrocknen. „Unsere Sorge wächst, dass solche Fälle häufiger vorkommen – dass sogar ganze Bäume umfallen“, sagte Heilig.

Kontrollen dort, wo viele Menschen sind

Heike Appel, die Leiterin des Grünflächenamts, wies darauf hin, dass die Stadt die sogenannte Verkehrssicherung nur entlang der Wohnbebauungsgrenzen und der öffentlichen Straßen ausübe. Aber auch in Waldspielparks, etwa am Goetheturm, und an Erholungseinrichtungen werde jeder Baum regelmäßig überprüft.

Angedacht sei der Rückbau von Waldwegen, wo alte Bäume stehen. Das sei ein Abwägungsprozess: „Da wird viel Öffentlichkeitsarbeit nötig sein, um das der Bevölkerung zu vermitteln.“ Im Biegwald habe die Stadt bereits einem Waldkindergarten gekündigt, weil dort Gefahr durch alte Bäume drohe, die wegen ihres Wertes für die Natur aber nicht gefällt werden sollen. Appel rief Waldbesucherinnen und -besucher auf, sich die Bedrohung durch herabstürzende Baumteile bewusst zu machen.

Mehr Schutz für Waldarbeiter

Die Frankfurter Forstchefin Tina Baumann berichtete, sie lasse tote Bäume wegen der Astbruchgefahr mitunter gar nicht mehr fällen, um ihre Leute zu schützen. „Das ist Arbeitsschutz – es ist einfach nicht mehr sicher.“

Zum Fall der verunglückten 73-Jährigen sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Donnerstag, die Ermittlungen seien noch im Gange. Eine Baumgutachterin hatte die Unglücksbuche untersucht, der herabgefallene Ast wurde sichergestellt. ill

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