Ein Flashmob vor dem Polizeirevier auf der Zeil erinnert an die NSU-Opfer und Walter Lübcke.
+
Ein Flashmob vor dem Polizeirevier auf der Zeil erinnert an die NSU-Opfer und Walter Lübcke.

Aktionen

Frankfurt: Gedenken an Lübcke und NSU-Opfer

  • Stefan Behr
    vonStefan Behr
    schließen

Mit einem Flashmob und einer Kundgebung erinnern Demonstranten in Frankfurt an die Opfer rechten Terrors.

Am Rande des Prozesses gegen die mutmaßlichen Mörder von Walter Lübcke hat es am Dienstag in der Frankfurter Innenstadt zwei Demonstrationen gegeben. Gegen 10 Uhr, parallel zum Prozessbeginn, zog ein Flashmob von einem guten Dutzend Demonstranten vor das Polizeirevier auf der Zeil, aus dem im August 2018 die „NSU 2.0“-Drohfaxe an eine Frankfurter Anwältin gesendet worden waren.

Die Demonstranten erinnerten zuerst an die Mordopfer des NSU, dann an den Kasseler Regierungspräsidenten. „Walter Lübcke lebt weiter“, riefen sie, um kurz darauf „Nazis morden, der Staat macht mit“ zu skandieren, was Lübcke so wohl nicht unterschrieben hätte.

Die Initiative „Offen für Vielfalt“ mit einem Plakatwagen.

Für den Betrachter ergab sich ohnehin ein irritierendes Bild: Zum einen forderten die Demonstranten die Zuhörer auf, aktiv und laut gegen Rassismus, ob individuell oder institutionell, vorzugehen und den Mund aufzumachen. Auf der anderen Seite baten sie auf einem Transparent in konsequenter Kleinschreibung „deutschland halt’s maul“, so dass sich der Beobachter fragen musste: Ja, wie denn nun?

Deutlich mehr Teilnehmer, etwa um die 150, hatte dann eine Kundgebung, die gegen 17 Uhr auf der Konstablerwache begann. Die Zielrichtung aber war die gleiche. „Wir fordern eine echte Entnazifizierung der deutschen Politik, der Behörden und der Gesellschaft“, forderte einer der Veranstalter, die Interventionistische Linke Frankfurt.

Und schon der erste Redner machte klar, dass seiner Meinung nach als Erstes der Verfassungsschutz entnazifiziert werden müsse. Oder, noch besser, gleich aufgelöst werde müsse, was unterm Strich ohnehin auf dasselbe hinauslaufe.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare