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Gunter Demnig verlegt die beiden Stolpersteine; an die 1700 hat Frankfurt inzwischen.
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Gunter Demnig verlegt die beiden Stolpersteine; an die 1700 hat Frankfurt inzwischen.

Stolpersteine

Frankfurt: Gedenken an Goetheturm-Stifter Gerst

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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Stolpersteine in Niederrad erinnern an den Wohltäter und seine Frau. Die Nationalsozialisten machten ihnen das Leben zur Hölle.

Unter großer Anteilnahme hat der Künstler Gunter Demnig gemeinsam mit der Initiative Stolpersteine Frankfurt am Montagnachmittag zwei Stolpersteine vor dem Haus Niederräder Landstraße 36 verlegt. Sie sind dem Ehepaar Gustav und Ella Gerst gewidmet, das dort bis 1939 wohnte. Gustav Gerst, dessen Geburtstag sich in diesem Jahr zum 150. Mal jährte, war der Stifter des ersten Goetheturms.

Mada Mevissen erinnerte im Kreise von mehr als 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, darunter erfreulich viele Jugendliche, an das Leben der Gersts. Der jüdische Kaufmann Gustav Gerst hatte das beliebte Warenhausunternehmen Tietz mit Filialen unter anderem auf der Zeil geleitet und sich sehr für das Gemeinwohl eingesetzt. Er unterstützte unter anderem großzügig die noch junge Frankfurter Universität, die Senckenberg-Gesellschaft und den Mitteldeutschen Kunst- und Gewerbeverein, erhielt dort jeweils Ehrentitel auf Lebenszeit und gehörte den besten Kreisen der Stadt an. 1931 gab er 28 000 Reichsmark für ein Projekt, das der umtriebige Frankfurter Oberforstmeister Hans Bernhard Jacobi ersonnen hatte: einen hohen Holzturm als Krönung, als überragendes Bauwerk des Naherholungsgebiets, das aus dem Stadtwald werden sollte.

Vom NS-Terror vertrieben

Die Summe, die Gerst stiftete, war enorm – sie entspräche heute 350 000 Euro. Für die Nationalsozialisten zählte jedoch nur eins: die Religionszugehörigkeit des überall geschätzten Mäzens. Hitlers Vollstrecker machten Gerst das Leben zur Hölle, bis er mit der Familie nach Schweden und später nach New York floh, wo er 1948 verarmt starb.

Der Filmemacher Thomas Claus stieß schließlich auf die Geschichte Gersts, als er eine Dokumentation über den Wiederaufbau des 2017 niedergebrannten Turms drehte. Er nannte die Stolpersteinverlegung am Montag einen guten Abschluss des Jahres, in dem der neue Goetheturm wiedereröffnet wurde, und in dem die Menschen auf vielfältige Weise der Gersts gedachten. „Mit der Vertreibung dieser Frankfurter wurde Schaden angerichtet, der nie wieder gutzumachen ist“, sagte Claus.

Bewegende Musik begleitete die Zeremonie. „Wir können nicht wiedergutmachen, was Gustav und Ella Gerst in der Zeit des Nationalsozialismus angetan wurde“, sagte Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne). „Durch die Stolpersteine werden beide nie in Vergessenheit geraten.“

Insgesamt verlegte die Initiative am Sonntag und Montag 27 Stolpersteine in Frankfurt. Wer mehr darüber erfahren möchte, findet hier alle Informationen: www.stolpersteine-frankfurt.de

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