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Ina Hartwig vor der Gedenktafel, die an das KZ Katzbach erinnert. Kulturdezernat/ Salome Roessler
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Ina Hartwig vor der Gedenktafel, die an das KZ Katzbach erinnert. Kulturdezernat/ Salome Roessler

Zwangsarbeit

Frankfurt: Gedenk- und Bildungsstätte erinnert an KZ Katzbach

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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An die 1616 Menschen, die von 1944 bis 1945 im Frankfurter Gallusviertel unter unmenschlichen Bedingungen für die Rüstungsindustrie arbeiten musste, soll künftig eine Gedenk- und Bildungsstätte erinnern.

76 Jahre, nachdem das KZ Katzbach im Frankfurter Gallusviertel aufgelöst wurde, soll eine Gedenk- und Bildungsstätte an die Häftlinge erinnern, die in den Adlerwerken unter grausamen Bedingungen für die Rüstungsindustrie arbeiten mussten.

In der Kleyerstraße 17 werde ein 160 Quadratmeter großer Raum angemietet, „der Vertrag ist kurz vor der Unterschrift“, gab Kulturdezernentin Ina Hartwig bekannt. Die Deutsche Bahn habe den Raum freigemacht. Die Miete betrage 800 Euro im Monat. Die Stadtverordneten müssen noch zustimmen.

KZ Katzbach

Das KZ-Außenlager Katzbach existierte von August 1944 bis März 1945. 1616 Gefangene, die zum Großteil aus Polen stammten, wurden auf dem Gelände der Adlerwerke unter unmenschlichen Bedingungen festgehalten und zur Arbeit gezwungen. 527 Häftlinge starben in Frankfurt, weitere 165 kurz nach ihrem Abtransport in Krankenlager. Im März 1945 wurden im Zuge der Auflösung des Lagers rund 450 Häftlinge ins Konzentrationslager Bergen-Belsen deportiert. Nur elf Überlebende dieses Transports sind bekannt. Die übrigen 360 bis 370 Häftlinge wurden am 24. März 1945, kurz vor dem Einmarsch der Alliierten in Frankfurt, auf einen „Todesmarsch“ geschickt, den viele nicht überlebten. fle

Das museale Konzept erarbeitet ein Team aus Mitarbeiter:innen des Fördervereins für die Errichtung einer Gedenk- und Bildungsstätte KZ-Katzbach, dem Studienkreis Deutscher Widerstand 1933-1945 und dem Fritz-Bauer-Institut. Artefakte wie ein Häftlingsanzug, Zeichnungen und persönliche Unterlagen der Opfer sollen in der Ausstellung zu sehen sein.

„Wir schulden den Opfern, den Angehörigen und uns selbst einen solchen Ort der Erinnerung“, sagte Hartwig, die Zeitzeug:innen aufrief, weitere Erinnerungsstücke bereit zu stellen. Der Rechtsextremismus sei nach wie vor eine große Gefahr, sagte sie mit Verweis auf den Jahrestag des Anschlags in Hanau.

Andrea Rudorff vom Fritz-Bauer-Institut hatte im Auftrag der Stadt zuvor die Geschichte des KZ Katzbach aufgearbeitet. Das Buch soll demnächst erscheinen.

„Es war ein harter Kampf, diese Erinnerungsstätte zu bekommen“, sagte Lothar Reininger, Vorsitzender des Vereins Leben und Arbeiten im Gallus und in Griesheim. Reininger hatte in den 1980er Jahren als Arbeiter, später als Betriebsratsvorsitzender der Adlerwerke die Erinnerung an das KZ Katzbach aufrecht erhalten. Von der Stadtverwaltung und dem Betrieb sei das Thema lange totgeschwiegen worden, sagte er. Horst Koch-Panzner vom Förderverein für die Errichtung einer Gedenk- und Bildungsstätte KZ-Katzbach in den Adlerwerken kündigte an, das Konzept soll im Sommer vorgestellt werden. Im Herbst werde die museale Umsetzung ausgeschrieben. Bislang erinnert eine Gedenktafel an den Adlerwerken und ein Grab auf dem Hauptfriedhof an die Opfer des KZ Katzbach. Am Freitag stellte Hartwig eine Info-Tafel am Haus in der Lahnstraße 32 vor. Sie erinnert an Adam Golub und Georgij Lebedenko, die aus dem KZ geflohen waren und erschossen wurden. Nach ihnen ist der Golub-Lebedenko-Platz benannt.

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