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Frankfurt: Abstellmöglichkeiten für Räder können die für Autos teils ersetzen. Das sieht die Stellplatzsatzung vor.  

Wohnungsbau

Frankfurt: Erleichterung für Bauherren

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Bauherren werden von der Pflicht entbunden, bei Aufstockungen Parkplätze zu schaffen. Die Stellplatzsatzung sieht noch eine weitere Neuerung vor.

Frankfurt - Der Magistrat kommt Eigentümern entgegen, die ihr Gebäude für den Wohnungsbau um ein Stockwerk erhöhen oder den Keller ausbauen wollen. Hausbesitzer müssen bei den sogenannten Aufstockungen und Kellerausbauten keine zusätzlichen Parkplätze schaffen. Das sieht die neue Stellplatzsatzung vor, welche der Magistrat vorlegt hat. Die Stadtverordneten müssen noch darüber beraten und entscheiden.

Neu ist auch, dass Bauherren einen Teil der erforderlichen Stellplätze, die per Satzung vorgeschrieben sind, nun in Abstellplätze für Fahrräder umwandeln können. Dies geschieht im Verhältnis zwei (Fahrradabstellplatz) zu eins (Parkplatz). Wenn ein Eigentümer also statt 20 Parkplätzen nur 15 bauen will, muss er zehn zusätzliche Abstellplätze für Fahrräder errichten, erläuterte Mark Gellert, Sprecher von Planungsdezernent Mike Josef (SPD).

Die Stellplatzsatzung wurde zuletzt 2016 aktualisiert. Nun seien die jüngsten Änderungen der Hessischen Bauordnung übernommen worden.

Die Stellplatzsatzung regelt in zahlreichen Punkten detailgenau, wie viele Stellplätze und Abstellplätze für Räder die Eigentümer für die jeweilige Gebäudeart zu errichten haben. Dazu zählen unter anderem Einfamilienhäuser, Mehrfamilienhäuser, Wohnheime, Altenheime, Büros, Verkaufsflächen, Schulen und Gaststätten. Dies sei ein Hebel, die Herstellung von Stellplätzen zu steuern, sagte Gellert. Bei Einfamilienhäusern sind demnach anderthalb Stellplätze zu errichten sowie drei Fahrradabstellplätze. Bei Mehrfamilienhäusern sind es 1,1 Stellplätze je hundert Quadratmeter Bruttogeschossfläche sowie ein Fahrradabstellplatz je 40 Quadratmeter Bruttogeschossfläche. Je nach Bauwerk variiert die erforderliche Menge an Stellplätzen und Abstellplätzen weiter.

Die Sache ist aber noch komplizierter. So teilt die Satzung die Stadt Frankfurt in fünf Zonen auf, in denen jeweils nur ein Teil der laut Satzung erforderlichen Stellplätze zu errichten sind. Die Faustregel ist: Je besser die Anbindung an den Nahverkehr, umso weniger Stellplätze sind zu schaffen. Am Stadtrand darf das Maximum an möglichen Stellplätzen errichtet werden. Innerhalb des Anlagenrings und in Teilen von Sachsenhausen nur 15 Prozent der erforderlichen Stellplätze. Eigentümer können sich auch von der Pflicht, Stellplätze zu errichten, loskaufen. Die Stellplatzablöse kostet 10 000 Euro pro Stellplatz. Die Kosten, einen Stellplatz zu errichten, liegen bei etwa 10 000 bis 15 000 Euro. Je nach Begründung und Zone können Bauherren alle, die Hälfte oder ein Viertel der Stellplätze ablösen. Die Stadt nahm durch die Stellplatzablöse im vergangenen Jahr rund 1,8 Millionen Euro ein.

2018 wurden laut Magistrat 450 neue Wohnungen in Dächern beziehungsweise durch Aufstockung zugelassen. Insgesamt wurden demnach 7000 Wohnungen genehmigt. Von der Satzungsänderung erhofft sich der Magistrat „eine verstärkte Investitionstätigkeit“ und „mögliche Steuereinnahmen“.

Von Florian Leclerc

Auch ein anderes Thema beschäftigt gerade die Politik in Frankfurt. Für den Stadtverordneten Nico Wehnemann ist die Sperrung des Mainkais nur ein Anfang. Er fordert mehr autofreie Gebiete in Frankfurt. Zum Beispiel im Bahnhofsviertel. 


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