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Wie lange bleiben die Gitter vor den Schaufenstern noch unten?
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Wie lange bleiben die Gitter vor den Schaufenstern noch unten?

Schließungen

Gastronomen, Friseure und Händler befürchten Pleitewelle

Unternehmen aus Frankfurt bemängeln fehlende Perspektiven und Alternativen. Die Politik dürfe nicht nur auf das Impfen setzen.

Fast alles hat zu: Restaurants, Bars, Theater, Museen, Geschäfte, Friseursalons, Nagelstudios. Soziale Kontakte sollen möglichst nicht mehr stattfinden. In den Schulen gibt es nur selten Präsenzunterricht. Dies alles gilt noch bis zum 31. Januar. Erst einmal. Denn schon morgen wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Länderchefs neu beraten. Über eine Verlängerung, gar Verschärfung des Lockdowns wird seit Tagen diskutiert. Merkel sprach jüngst von „harten Zeiten bis Ostern“. Keine rosigen Aussichten.

„Wir gehen davon aus, dass das jeder fünfte Betrieb nicht schafft“, sagt Kerstin Junghans, Geschäftsführerin des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga Frankfurt. „Die Novemberhilfe von 75 Prozent des Vorjahresumsatzes ist noch immer nicht überall und vollständig ausgezahlt – und wir haben bereits Januar.“ Das gefährde Existenzen. Junghans bemängelt fehlende Perspektiven und langfristige Alternativen. „Wir können doch nicht Monate oder Jahre die Betriebe geschlossen halten“, sagt sie. „Das kann nicht die Lösung sein.“ Das würde auch die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus zeigen. Junghans sagt: „Wir haben einen Lockdown, aber die Zahlen steigen trotzdem.“

Der Lockdown light begann am 2. November. Schritt für Schritt wurden die Regeln und Vorschriften strenger, bis vom 16. Dezember an nahezu alles schließen musste. Doch die Zahl der Neuinfektionen ist nicht in dem Maße gesunken, wie es sich die Politik gewünscht hätte. Noch immer stecken sich viele Menschen mit dem Virus an.

„Wenn sich die Zahlen nicht ändern, stellt sich doch die Frage, ob das alles die richtigen Maßnahmen sind, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen“, sagt Joachim Stoll, Vorsitzender des Frankfurter Einzelhandelsverbands. Seiner Meinung nach sollte man entweder für zwei Wochen alles schließen, bis auf die Lebensmittelgeschäfte, oder den Handel wieder mit den bekannten Hygienevorschriften öffnen. „Wenn der Lockdown verlängert wird, was soll dann mit der ganzen Ware passieren?“, fragt sich Stoll. Diese sei schon lange vor der Corona-Pandemie bestellt worden. „Die Politik provoziert ein Sterben von Gastronomie und Handel.“

Miese Stimmung

Das sieht Madjid Djamegari, Vorsitzender der Initiative Gastronomie Frankfurt und Geschäftsführer des Gibson Clubs ähnlich. „Es wird eine große Insolvenzwelle geben“, befürchtet Djamegari, der schon jetzt davon ausgeht, dass Restaurants und Bars „locker bis Ende März“ geschlossen bleiben müssen. „Vor der Open-Air-Saison ab April wird nicht viel passieren“, sagt er. Clubs sieht er sogar noch länger geschlossen. Das Gibson auf der Zeil plane er nicht vor September zu öffnen. „Die Frustration ist groß, die Stimmung mies.“ Djamegari kritisiert, dass niemand über einen Plan B nachdenke, keine neuen Strategien ausprobiert würden. „Alle Hoffnungen wurden auf das Impfen gesetzt“, sagt der. „Aber das alleine kann doch nicht die Lösung sein.“

Stefan Treutel, stellvertretender Obermeister der Friseur- und Kosmetik-Innung Frankfurt, sieht auch für seine Branche nichts Gutes, sollte der Lockdown verlängert werden. „Es herrscht Weltuntergangsstimmung“, sagt er. Die Existenzangst sei riesig. „Innerhalb von nur zehn Monaten haben die Friseure drei Monate keine Einnahmen gehabt. „Die Überbrückungshilfen vom Bund sind zwar schön, aber sie sind nur dafür da, den Betrieb aufrechtzuerhalten und die Fixkosten zu decken“, sagt Treutel. Private Kosten für Mieten, Lebensmittel und Versicherungen würden nicht berücksichtigt. „Irgendwann aber sind die Rücklagen aufgebraucht.“

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