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„Panikattacke“: In Frankfurt wird erneut am Gaspreis gedreht

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Von: Christoph Manus

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Frankfurt: Preis für Gas steigt in der Mainmetropole.
Frankfurt: Preis für Gas steigt in der Mainmetropole. (Symbolbild) © Hendrik Schmidt/dpa

In Frankfurt wird erneut der Preis für Gas erhöht. Manche müssen bald das Doppelte bezahlen. Betroffen sind Kunden des Energieversorgers Mainova.

Frankfurt - Der Frankfurter Energieversorger Mainova erhöht nach dem zum 1. Juli kräftig steigenden Grundversorgungstarif nun auch den Preis für Tarife wie „Mainova Erdgas Classic“. Das hat das Unternehmen, das zu 75 Prozent der Frankfurter Stadtwerke-Holding gehört, am Dienstag (21. Juni) auf Anfrage der Frankfurter Rundschau bestätigt.

Einige Haushalte sollen nach FR-Informationen vom 1. August an sogar bis zu 100 Prozent mehr pro Kilowattstunde Gas zahlen. „Meine Panikattacke, erfrieren oder verarmen zu müssen hält immer noch an“, schreibt eine Kundin in einer E-Mail an Mainova und die FR. Und fragt: „Wie kann es sein, dass ein Energie-Unternehmen derartig unmenschlich die Gaspreise erhöht? Ich verstehe nicht, warum die Stadt Frankfurt da nicht eingreift!“

Preisexplosion in Frankfurt: Mainova begründet Erhöhungen mit den gestiegenen Einkaufspreisen

Mainova verweist, wie schon bei der zum 1. Juli vorgenommenen Tariferhöhung für die Grundversorgung, auf die – in Folge der Ukraine-Krise – stark gestiegenen Einkaufspreise. Allein zwischen September 2021 und März 2022 seien die Einfuhrpreise für Erdgas laut Statistischem Bundesamt um rund 100 Prozent gestiegen. „Dem können auch wir uns nicht entziehen.“

Für wie viele Haushalte die Preise in welchem Umfang steigen, will Mainova aus Wettbewerbsgründen nicht sagen. Sie spricht lediglich von „Preisanpassungen“, die der Versorger zum 1. August für die Kundinnen und Kunden auch in den „Wettbewerbs-Tarifen“ vornehme, zu denen etwa „Mainova Erdgas Direkt“ gehöre.

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Gas in Frankfurt: Bei diesen Kunden steigen die Preise besonders stark

Die teilweise extremen Erhöhungen des Gaspreises erklärt Mainova mit Preisgarantien. So enthalte etwa der Online Tarif „Mainova Erdgas Direkt“ eine Preisgarantie über die gesamte Erstlaufzeit des Vertrags von bis zu 24 Monaten. Kundinnen und Kunden, die vor zwölf oder 24 Monaten einen Vertrag abgeschlossen haben, hätten während dieser Zeit von vergleichsweise günstigen Preisen profitiert. Nun laufe aber die entsprechende Preisbindung aus.

Der zweite große Frankfurter Energieversorger Süwag hat die Erdgaspreise bereits zum 1. Juli für viele Haushalte erhöht. Dort war die Rede von einem Anstieg um 4,5 bis sechs Cent pro Kilowattstunde. Schon die zum Juli von Mainova vorgenommene Erhöhung des Erdgaspreises in der Grundversorgung stieß in der Frankfurter Stadtpolitik auf Kritik. Die Linke im Römer forderte das Unternehmen auf, die Tarife sozialer zu gestalten. Sie beklagte zudem, dass die Römer-Koalition nichts tue, um die sozialen Folgen der Preissteigerungen abzufedern. (Christoph Manus)

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