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Auch Frankfurter Polen kamen, um den polnischen Opfern zu gedenken. 

Warschauer Aufstand

Gallus: Gedenken an Freiheitskämpfer

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Am 75. Jahrestag des Warschauer Aufstandes gedenken der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann, der polnische Generalkonsul Jakub Wawrzyniak und Frankfurter Polen den Opfern des KZ Katzbach im Frankfurter Gallus.

Es gibt kein polnisches Herz, das nicht von diesem Tag berührt ist. Jedes Kind wächst mit der Erinnerung an den Warschauer Aufstand auf“, betont der polnische Generalkonsul Jakub Wawrzyniak. Es ist der 1. August 2019, der 75. Jahrestag des Warschauer Aufstandes. Zusammen mit OB Peter Feldmann (SPD) legt Wawrzyniak, der 1980 geboren wurde, eine weiße Rose neben den rot-weißen Gedenkkranz. Eine Minute lang schweigen sie vor der Gedenktafel für die Opfer des Konzentrationslagers in den Adlerwerken im Gallus.

Der Warschauer Aufstand beginnt am 1. August 1944. Mitglieder des polnischen Widerstandes, versuchen, die von Nazi-Deutschland besetzte Stadt zu befreien. Die Deutschen reagieren mit brutaler Gewalt gegen die Aufständischen. 63 Tage lang. Warschauer werden nach Frankfurt deportiert, wo sie im KZ Katzbach in den Adlerwerken Zwangsarbeit leisten müssen. Sie werden erniedrigt, gefoltert, ermordet.

„Ich bereue nichts“

Aber nicht nur der OB und der polnische Generalkonsul aus Köln, sind gekommen. Viele ältere, aber auch ein paar junge Polen, die in Frankfurt leben, stehen andächtig im Kreis auf dem Bürgersteig vor der Gedenktafel. Ein 32-jähriger Pole sagt: „Ich habe mir heute extra Urlaub genommen, um dabei zu sein.“

OB Feldmann betont, dass die jahrelange Diskussion in der Stadt darüber, ob das KZ Katzbach ein Konzentrationslager gewesen sei, besonders die Familien der Opfer sehr verletzt habe. Generalkonsul Wawrzyniak erzählt, dass er auf den Weg nach Frankfurt einen Stopp im Odenwald gemacht hat. Dort habe er einen 91-jährigen Polen besucht, der als 15-Jähriger beim Warschauer Aufstand kämpfte. „Das Gespräch war sehr berührend“, betont Wawrzyniak. „Er hat mir gesagt: ‚Ich bereue nichts. Ich würde genauso wieder für die Freiheit kämpfen.‘“

Auch, wenn die Aufständischen militärisch niedergeschlagen wurden, sagt Wawrzyniak. hätten sie moralisch gewonnen. 45 Jahre später, habe der Freiheitswille 1989 gewonnen. Mit Wahlen stürzten die Polen die Diktatur. Am Ende betont Wawrzyniak, dass er hofft, dass die jahrelange Idee einer Gedenk-und Bildungsstätte für alle Opfer des KZ Katzbach in den Adlerwerken bald umgesetzt werde.

Renate Wolter-Brandecker, stellvertretende Stadtverordnetenvorsteherin (SPD) und Mitglied des Fördervereins für die Errichtung der Gedenk- und Bildungsstätte, sagt: „Es fehlt nur noch der Mietvertrag.“

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