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Dribbeln im Regen: Von schlechtem Wetter lassen sich die Kinder des inklusiven Fußballcamps nicht abschrecken. 

Frankfurt

Frankfurt: Fußballcamp mit Brettspielen

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Beim inklusiven Fußballcamp in Sachsenhausen wird der Fokus nicht nur aufs Kicken sondern auch auf andere Spiele gelegt.

Die Kinder stehen auf dem Kunstrasenplatz des SV Sachsenhausen im Halbkreis. Ihr Trainer teilt sie in zwei Gruppen auf und verteilt orange und gelbe Leibchen. Statt sie anzuziehen, flitzen die Kinder der Reihe nach los, um sie an Markierungshütchen abzulegen. Unter den Anfeuerungsrufen ihrer Mannschaftskameraden versuchen sie ihre Leibchen zu platzieren – liegen drei gleichfarbige nebeneinander, ist das Spiel gewonnen. Das Gegnerteam versucht zeitgleich dasselbe und so entsteht ein munterer Wettkampf, bei dem jeder versucht, der Schnellste zu sein. Und die Szene zeigt, dass sich beim Fußballcamp nicht alles um den Ball drehen muss.

Noch bis Donnerstag läuft das inklusive Fußballcamp der Unternehmensgesellschaft Im-Pulse in Kooperation mit dem Sportverein Sachsenhausen. 47 Kinder nehmen daran teil, fünf von ihnen haben ein Handicap. Nur zwei Mädchen sind unter den Teilnehmern. Das Alter der Kinder reicht von sechs bis knapp 16 Jahren. „Etwa 50 Prozent spielen hier im Verein in Sachsenhausen, der andere Teil kommt von außerhalb“, sagt Jürgen Medenbach von Im-Pulse. Nicht jedes Kind sei darüber hinaus im Verein aktiv, einige sind Hobbykicker und das Camp richtet sich an beide Gruppen.

Medenbach freut sich besonders, dass in diesem Jahr drei Trainer für je eine Gruppe zuständig sind. Die vier Gruppen seien dadurch noch besser betreut, außerdem sei so auch mal eine individuelle Einheit mit einem Kind möglich. Neben erfahrenen Übungsleitern und Pädagogen helfen auch C-Jugendliche vom SV Sachsenhausen mit.

Da das Camp nun zum zweiten Mal stattfinde, biete es einige Vorteile. „Die Kinder kennen die Trainer. Unsere Inklusionskinder wussten diesmal sofort wie der Ablauf war und wollten gleich auf den Platz stürmen“, erinnert sich Jürgen Medenbach an den vergangenen Montag, „wir hatten das Gefühl, sie sind hier angekommen.“ Da einige Kinder zum zweiten Mal dabei sind, kennen sie sich auch untereinander.

Bereits im Vorfeld hat das Team die Trainingspläne erstellt und angepasst. So gibt es vormittags und nachmittags Fußballeinheiten und dazwischen immer auflockernde Aktivitäten ohne das Leder. Mal sind es Gesellschaftsspiele, mal Tischtennis.

Dem neunjährigen Neo gefällt das. „Die Gesellschaftsspiele waren gut. Am Montag haben wir WM gespielt, da habe ich die meisten Tore gemacht.“ Neo spielt in der Jugend des SV Sachsenhausen und könnte sich gut vorstellen, im nächsten Jahr wieder beim inklusiven Fußballcamp dabei zu sein.

Auch der achtjährige Alex ist begeistert. „Ich bin zum ersten Mal dabei und es macht Spaß“, sagt er. Am besten hat ihm bisher das Torschusstraining gefallen.

Für das kommende Jahr ist aktuell nur ein weiteres inklusives Fußballcamp in Sachsenhausen an Ostern geplant. Anschließend wolle die Unternehmensgesellschaft gern einen neuen Weg einschlagen. „Wir überlegen ein Spiel- und Sportfest zu organisieren. Eventuell in Kooperation mit einer Schule“, erzählt Medenbach.

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