Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Auch ohne Günthersburghöfe könnte bald das Ende für private Gärten kommen.
+
Auch ohne Günthersburghöfe könnte bald das Ende für private Gärten kommen.

Stadtentwicklung

Frankfurt: Für private Gärten wird es eng

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
    schließen

Eine Podiumsdiskussion zum Bauprojekt Günthersburghöfe zeigt: Die Grünen wollen Schrebergelände sozialisieren, wenn keine Wohnungen dort entstehen.

Die Freizeitgärten im Nordend auf dem Areal des geplanten Wohngebiets Günthersburghöfe werden offenbar nicht wie bisher weiterbestehen. Eine Podiumsdiskussion im Haus am Dom zeigte am Montagabend: Geht es nach der SPD, wird das Schrebergelände teils bebaut; geht es nach den Grünen, bleiben die Gärten nicht in privater Hand. „Wir denken, das muss dann auch sozialisiert werden, wenn man sagt: Hier kommt kein Wohnungsbau hin wegen der Klimakrise“, sagte Martina Feldmayer, Spitzenkandidatin der Grünen zur Kommunalwahl.

Der Abend begann mit Hindernissen. Die CDU sagte ihre Teilnahme aus Termingründen ab, wie die Veranstaltungsleitung mitteilte, dann streikte die Tonanlage. Die etwa 250 Zuschauerinnen und Zuschauer an den Onlinegeräten verstanden anfangs nichts, später wurde es besser. Auf Youtube gibt inzwischen eine überarbeitete Version den Abend weitgehend verständlich wieder.

Als Verteidiger des Wohnprojekts Günthersburghöfe in der geplanten Größe mit 1500 Wohnungen blieb allein Planungsdezernent Mike Josef (SPD) übrig. Er lobte das Vorhaben als „vorbildliches Projekt“. Drei Viertel der unbebauten Flächen blieben unversiegelt: „Wir müssen hier sozial und ökologisch zusammendenken. Wir haben in keinem anderen Baugebiet der Stadt solche sozial ausgewogenen Vorgaben.“

Gegner:innen protestieren gegen Art und Ausmaß der Neubauten; sie betrachten das „Grüne Lunge“ genannte Gebiet im Nordend als unverzichtbar für Mensch und Natur. „Wir kämpfen dafür, dass die Grüne Lunge bleibt“, sagte Alexis Passadakis (Linke) auf dem Podium. Er sprach sich für ein solidarisches Wohnquartier auf den bereits versiegelten Flächen aus.

Feldmayer erinnerte an den Parteitagsbeschluss der Grünen, nur die versiegelten Flächen bebauen zu lassen, und lobte: „Was dort an gemeinsamen Initiativen entstanden ist, sollte Schule machen in Frankfurt.“ Es gelte, Auswirkungen neuer Bebauung auf Umgebung und Frischluftzufuhr zu untersuchen. Und: „Nicht jede Wohnung, die in Rhein-Main gebaut wird, muss in Frankfurt gebaut werden.“

Für die Bürgerinitiative zum Erhalt der Grünen Lunge sagte Peter Beckmann, den Menschen gehe es um den Lebensraum, um Artenvielfalt. Mira Lauth, Vertreterin der Kampagne „Grüne Lunge bleibt – Instone stoppen!“ beklagte, die derzeitige Baupolitik sei „eine Katastrophe für die Stadt“. Die Menschen wollten anders leben. Jede „Luxuswohnung“, wie sie geplant seien, „ist eine zu viel – dafür darf man keine Grüne Lunge plattmachen“.

Planer Josef gab zu, dass einst unter der rot-grünen Stadtregierung zu viel Wohnfläche privatisiert worden sei. Jetzt sei aber ein so hoher Anteil geförderter Wohnungen eingeplant wie seit 20 Jahren nicht: „Wir brauchen eine sozialökologische Wende in der Stadtentwicklung, die wir auch schon begonnen haben.“

Dennoch war der Linke Passadakis sicher, dass die Günthersburghöfe nicht gebaut werden: „Es ist wichtig, dass es Initiativen gibt, die sich dagegen wehren.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare