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Frankfurt: Für jedes Auto einen Baum

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Von: Thomas Stillbauer

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Respekt für Eichhörnchen!
Respekt für Eichhörnchen! © Rolf Oeser

Das Klimaparlament Rhein-Main überreicht der Politik seine Beschlüsse. Es geht um Respekt und eine Menge guter Ideen.

Der hessische Boden ist in der Angelegenheit sehr klar und trocken. „Nehmen Sie nur, was Sie wirklich brauchen“, fordert er uns auf, „es gibt mich nur einmal. Ich bin die Grundlage.“ Nur nehmen, was wir brauchen, vom Boden, aus dem Boden: Das ist einer von 16 Beschlüssen, gleichsam Appellen, die das Klimaparlament in diesem Jahr festgehalten hat. Am Montagnachmittag wurden die Beschlüsse an die Bürgermeisterinnen von Frankfurt und Offenbach überreicht, Nargess Eskandari-Grünberg und Sabine Groß (beide Grüne).

Das Klimaparlament ist eine Versammlung zukunftsliebender Leute, von denen einige zu Botschafterinnen und Botschaftern wurden: für „Wesen und Unwesen“ wie die Stadtbäume und den Flughafen, die Schneeflocke und den Zierrasen. Sie machten im Frühjahr das Bad Homburger Museum Sinclair-Haus zu ihrer „Ständigen Vertretung“ und debattierten jüngst beim Festival „Politik im Freien Theater“, was geschehen muss, damit genug gutes Klima für alle bleibt. Dazu zählt Respekt für Wespen, Eichhörnchen, Flüsse, Moose und gutes Essen, um einige zu nennen.

Bei der Übergabe am Montag in einem Onlinetreffen meldeten sich viele von ihnen zu Wort, auch der Offenbacher Lohwald – und die Schatten, die Kiesgärten verbieten lassen wollen.

Eskandari-Grünberg freute sich über die „Message für die Zukunft“, lobte das Klimaparlament über mehr als den grünen Klee und konnte dem hessischen Boden nur zustimmen: „Kreative Politik muss den Boden als wertvolle Ressource sehen.“ Wohnungsbau und Bodenschutz müssten Hand in Hand gehen. Die Offenbacher Amtskollegin Groß sah es ebenso: „Es geht nicht um Verzicht. Die Welt wird besser und lebenswerter, wenn wir tun, was wir tun müssen.“

Beispielsweise für jedes neu angemeldete Auto einen Baum pflanzen. Die Frankfurter Bürgermeisterin war ganz begeistert: „Warum nicht eine Baumsteuer bei der Zulassungsstelle?“ Darauf will das Klimaparlament die Politik gern festnageln, oder sagen wir: festpflanzen, womöglich in einem Reallabor, das alle Beschlüsse umsetzt, und sei es nur für je vier Wochen.

Ein vergnüglicher Nachmittag. Noch unterhaltsamer (und spannend) ist die Zusammenfassung des Projekts Klimaparlament: www.klimaparlament.org

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