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Der Aufkleber ist neu: Parkscheinautomat in der Stiftstraße.

Verkehr

Frankfurt führt Handyparken ein

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Das System ermöglicht minutengenaues Abrechnen. Gleichzeitig erhöht die Stadt die Parkgebühren.

Nach Wiesbaden, Mainz, Bad Homburg sowie mehr als 100 deutschen Städten hat nun auch Frankfurt am Main das Handyparken eingeführt. Wer in einer bewirtschafteten Zone parkt, kann auch weiterhin seine Münzen in den Automaten werfen - oder die Parkgebühr per App über einen von sechs möglichen Anbietern entrichten.

Anders als beim Parkscheinautomaten erfolgt die Abrechnung beim Handyparken auf die Minute genau. Dafür kommt eine Gebühr von bis zu 21 Cent pro Parkvorgang hinzu.

Gleichzeitig mit der Einführung des Handyparkens trat die neue Parkgebührensatzung in Kraft. Sie sieht eine Erhöhung der Parkgebühren vor: In der Innenstadt kostet das Parken für eine Stunde nun vier Euro statt drei Euro. Außerhalb der Innenstadt sind zwei Euro, statt bislang 1,50 Euro, pro Stunde zu zahlen. Schon Anfang November hatte die Stadt die Gebühren für Langzeitparker in städtischen Parkhäusern um 20 Prozent erhöht.

In Frankfurt können Autofahrer beim Handyparken ab sofort unter sechs Anbieter wählen. Dabei handelt es sich um: Park Now, Park and Joy, Easypark, Mobilet, Flowbird und Pay by Phone.

Allen gemein ist, dass die Parkgebühren minutengenau abgerechnet werden. Anbieter unterscheiden sich bei den jeweiligen Gebühren, die zu dem Parkgebühren hinzukommen. Dafür bieten einige Anbieter Tarife für Vielparker an.

Das Bezahlen am Parkscheinautomaten bleibt weiterhin möglich. fle

„Wir heben die Parkgebühren an mit dem Ziel, den Autoverkehr in der Stadt zu reduzieren“, sagte Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD). In den Parkhäusern sei die Zahl der Langzeitparker in den letzten Jahren gestiegen, während die Zahl der Kurzzeitparker gesunken sei. Mit der Erhöhung der Preise für Langzeitparker „versuchen wir das ein Stück weit zu korrigieren“, sagte Oesterling.

Für Elektrofahrzeuge ist das Parken im bewirtschafteten Straßenraum in den ersten zwei Stunden kostenfrei. Carsharing-Anbieter bekommen die Möglichkeit, für eine Jahresgebühr von bis zu 900 Euro ein Fahrzeug in bewirtschafteten Zonen zu parken.

Allerdings gilt eine Einschränkung: Die Anbieter müssten dafür in diesem Jahr die Hälfte ihrer Flotte mit Elektroautos betreiben, im kommenden Jahr drei Viertel ihrer Flotte. Im Jahr 2024 müsste die gesamte Flotte elektrisch sein. Diese Kriterien erfüllen die in Frankfurt vertretenen Carsharing-Anbieter Book-n-Drive, Flinkster, Car2Go, Stadtmobil nicht.

Allerdings würden „in den kommenden Monaten“ mit Opel „Free to move“ und Volkswagen „We share“ auch elektrische Carsharing-Fahrzeuge in Frankfurt auf den Markt kommen, kündigte ein Referent von Stadtrat Oesterling an.

Um das Handyparken zu koordinieren hat das Integrierte Verkehrs- und Mobilitätsmanagement der Region (IVM) einen Rahmenvertrag mit der „Smartparking“-Plattform abgeschlossen, sagte Geschäftsführerin Heike Mühlhans. Damit könnten Autofahrer auch in anderen Städten eine App fürs Handyparken verwenden. In deutschen Städten nutzen laut Klaus Oesterling zwei bis 15 Prozent der Autofahrer das Handyparken. In Kopenhagen seien es bis zu 60 Prozent der Autofahrer. Technisch sei es möglich, sich in der App nach Wahrscheinlichkeit anzeigen zu lassen, wo ein Parkplatz frei sein könnte. Diese Funktion gibt es in Frankfurt aber noch nicht.

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