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Wirtschaft

Frankfurt: Frustriert im Dauer-Lockdown

  • Christoph Manus
    VonChristoph Manus
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Neue Reihe „Göpferts Gäste“ im Frankfurter Club Voltaire widmet sich zum Auftakt der Situation der Beschäftigten in der Corona-Krise.

Nicht nur er hätte es sich anders gewünscht. Statt in einem vollen Club Voltaire kann Claus-Jürgen Göpfert seine Gäste und das Publikum nur virtuell empfangen. Bei der Premiere der Reihe „Göpferts Gäste“, in der der langjährige FR-Redakteur einmal im Monat mit Persönlichkeiten aus Politik und Kultur sprechen will, ist er mit Gert Hautsch vom Club Voltaire alleine in den Räumen des Zentrums. Selbst seine Gesprächspartner:innen, der Frankfurter DGB-Chef Philipp Jacks und Verónica Romanowski, Jugendsekretärin bei der IG Metall, sind nur via Bildschirm zugeschaltet.

„Corona-Land, unbekannt“ lautet der Titel des Gesprächsabends, den die Rosa-Luxemburg-Stiftung unterstützt. „Was bedeutet Corona für die Arbeitswelt und die Beschäftigten?“. Das werde bisher viel zu wenig beleuchtet, findet Göpfert.

Romanowski schildert eindringlich, wie sehr die Pandemie die Lage besonders für junge Beschäftigte verändert hat. Die Berufsschulen, die Hochschulen und Betriebe seien nun seit mehr als einem Jahr in einer Art Ausnahmezustand, sagt sie. Bei einer Umfrage der IG Metall hätten drei Viertel der Auszubildenden angegeben, dass sich ihre Situation verschlechtert habe. Viele befürchteten, nicht oder nur befristet übernommen zu werden, oder auch, dass die Abschlüsse, die sie in Corona-Zeiten machen, einmal weniger wert sein werden.

Die Jugendsekretärin der IG Metall sieht eine massive psychische und seelische Belastung. Seit Herbst gebe es beinahe einen „Nonstop-Lockdown“. Manche jungen Beschäftigten seien wieder bei ihren Eltern eingezogen, Viele fühlten sich allein. Das alles führe zu Frust und sinkender Motivation, hat sie beobachtet.

Jacks sieht die soziale Schere in der Corona-Krise noch weiter auseinander gehen. Die Krise treffe etwa prekäre Beschäftigte und Menschen im Niedriglohnsektor besonders. Sehr schwierig sei auch die Situation von Familien in Zeiten von Homeoffice und Homeschooling. Viele seien kurz vor dem Zusammenbruch. Der Frankfurter DGB-Chef fordert eine Entlastung berufstätiger Eltern, etwa durch Sonderurlaub. Er hält es in der Pandemie zudem für sehr wichtig, das Kurzarbeitergeld zu erhalten und aufzustocken.

„Göpferts Gäste“ geht am 10. Juni weiter. Dann ist Frankfurts SPD-Chef Mike Josef zu Gast. Jacks und Romanowski sprechen morgen bei der Maikundgebung, die um 12 Uhr auf dem Opernplatz beginnt. Die Demonstration startet um 10.30 Uhr an der Hauptwache.

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