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Im KZ Katzbach in den Adlerwerken mussten ab 1944 etwa 1600 Menschen Zwangsarbeit leisten. Viele von ihnen überlebten nicht.

Erinnerungskultur

Fritz Bauer-Institut stellt Studie zu KZ Katzbach vor

Die Forschungen zu Verbrechen in den Adlerwerken soll Grundlage für künftiges Gedenken bilden.

Wissenschaftler des Fritz Bauer-Instituts haben am Mittwoch ihre Forschungsergebnisse zur Geschichte des Konzentrationslagers Katzbach in den Frankfurter Adlerwerken vorgestellt. Sie sollen nach Angaben des städtischen Kulturdezernats die wissenschaftliche Grundlage für die Entwicklung eines neuen, würdigen Gedenkens an die Gefangenen des Lagers bilden. 

"Es ist erschütternd, welche Verbrechen 1944/45 unter aller Augen im Gallusviertel verübt wurden. Und es ist erschütternd, wie lange man sie in der Stadtlandschaft systematisch verdrängte", hieß es in einer Erklärung der Frankfurter Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD). Viele Frankfurter wissen bis heute nicht, dass sich mitten in ihrer Stadt ein KZ befand. 

Die meisten Gefangenen stammten aus Polen, viele von ihnen waren am Warschauer Aufstand gegen die deutsche Besatzung im August 1944 beteiligt. In den Adlerwerken mussten sie Zwangsarbeit für die deutsche Rüstungsindustrie leisten. Nur in wenigen Lagern war die Sterblichkeit von Zwangsarbeitern so hoch wie hier: Mehr als ein Drittel der nach Frankfurt verschleppten Menschen starb innerhalb weniger Wochen und Monate an den Folgen von Unterernährung, katastrophalen Lebensbedingungen und Gewalt. (dpa/lhe)

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