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Das Eiscafé im Nitirbitt-Haus war früher der Haarsalon von Güler Arslangiray. Nach dem Umbau serviert ihr Mann Ali hier Eis und Kaffee.
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Das Eiscafé im Nitirbitt-Haus war früher der Haarsalon von Güler Arslangiray. Nach dem Umbau serviert ihr Mann Ali hier Eis und Kaffee.

Eissalons in Frankfurt

Frankfurt: Friseurin eröffnet Eissalon im legendären Nitribitt-Haus

  • Kathrin Rosendorff
    VonKathrin Rosendorff
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Viele Jahre strähnte Güler Arslangiray im legendären Gebäude, wo einst die Edelprostituierte Rosemarie Nitribitt lebte, Haare. Jetzt verwandelte sie ihren Friseursalon in einen Eissalon.

Frankfurt - Güler Arslangiray reicht es nicht mehr, nur die Strähnchenkönigin zu sein. Diesen Titel haben ihre Stammkund:innen ihr gegeben. „Ich will jetzt auch die Eiskönigin werden“, sagt die 55-Jährige und lacht. Und doch meint sie es ernst. Die Friseurin sitzt an einem der Außentische ihres vor kurzem eröffneten „Eiscafés am Turm“ in der Innenstadt in Frankfurt. Dieses ist nicht irgendwo, sondern im Erdgeschoss des legendären Nitribitt-Hauses in der Stiftstraße.

Bis vor kurzem blondierte Arslangiray hier noch Kundinnen und Kunden die Haare. Nur noch die roten Leuchtbuchstaben „Haarwelt“ erinnern daran, dass sie 16 lang hier ihren Friseurladen führte. Diese Leuchtbuchstaben sollen bald entfernt sein. Denn seitdem Totalumbau kommen die Gäste hierher, um Eis zu essen. Neben den klassischen Eisbechern wie Nuss- oder Erdbeerbecher (7,90 Euro) gibt es auch einen, der nicht auf der Karte steht. „Den Nitribitt-Becher, der Becher ist eine Überraschung. Was ich verraten kann, dass Minze, Joghurt- und Walnusseis drin ist“, sagt ihr Mann Ali, der hier wie ihr Sohn und dessen Freundin arbeitet. Ein Schwarz-Weiß-Foto der Edelprostituierten Rosemarie Nitribitt, die in diesem Haus lebte und 1957 tot in ihrer Wohnung aufgefunden wurde, hängt im Schaufenster.

Frankfurt: Neuer Eissalon in der Innenstadt

Die Idee, einen Eissalon zu eröffnen, hatte Güler Arslangiray, die in der türkischen Stadt Izmir aufgewachsen ist, nicht wegen Corona. „Ich habe meinen Vater mit 12 Jahren verloren und ich habe ihm versprochen, dass ich mal groß rauskomme. Seit meinem 13. Lebensjahr arbeite ich.“ Mit 21 Jahren kam sie allein, nur mit einer gepackten Sporttasche nach Deutschland. „Diese Sporttasche habe ich immer noch.“

Als sie dann vor zwei Jahren den türkischen Independentfilm „Dondurmam Gaymak“ sah, war sie entschlossen, einen Eissalon zu eröffnen. „Es geht um den Eisverkäufer Ali Usta, der mit seinem gelben Motorroller und dem Eisanhänger gegen die große Eisindustrie kämpft. Das fand ich toll.“ Einen so großen Kampf plant sie nicht. „Aber ich wollte von Anfang an kein Franchiseeis verkaufen“, sagt sie. Sie habe sehr viel Eis durchprobiert. „Ich hatte da echt zugenommen. Das Problem bei Eis ist, man ist nie satt. Man will immer weiter essen“, sagt sie und lacht. „Wir haben jetzt ein hausgemachtes italienisches Eis. Das liefert uns ein Herr, der sonst nur Eis für den Salon seines Sohnes herstellt.“

Frankfurt Innenstadt: Eissalon statt Friseursalon

Mehr will sie nicht verraten. 24 Sorten gibt es: Die Kugel kostet 1,40 Euro. Alle Fruchteissorten sind vegan und laktosefrei. Lange hatte sie nach einem Eissalon gesucht und irgendwann dachte sie: „Warum nicht hier?“. „Im Stadtarchiv fanden wir raus, dass die Ladenfläche im Nitribitt-Haus vor 40 Jahren eine Pizzeria war. Das war unser Glück, deswegen konnten wir hier im denkmalgeschützten Haus auch den Raum überhaupt gastronomisch nutzen.“

Nur an den 50er-Jahre-Messingfassungen an der Fensterfront durfte sie nichts verändern. „Ansonsten bin ich frei und will auch noch mehr Bilder von Rosemarie Nitribitt aufhängen.“ Im Salon hängen leuchtende Quadrate an der Wand. Besonders stolz ist ihr Mann auf ihre Kaffee-und Espressomaschine der Marke „Faema“. „Eine Maschine wie ein Ferrari“, sagt Ali Arslangiray und lacht. Seine Frau sagt: „Ich plane in Zukunft, wer das möchte, auch aus dem Kaffeesatz zu lesen.“ Der Kaffee kommt von der Frankfurter Rösterei Caffè due Mani. Außerdem gibt es Waffeln, hausgemachtes Baklava mit oder ohne Eis (5,50 Euro) und hausgemachte Kuchen (4 Euro) oder Sandwiches mit Schinken und Käse (3,90 Euro).

Eiscafé am Turm

Stiftstraße 36, täglich geöffnet von 9 bis 21 Uhr; www.instagram.com/eiscafeamturmffm

Und während ihr Mann und Sohn täglich hier sind, kommt sie immer montags, an ihrem freien Tag, zum Entspannen vorbei. Öfter treffe sie da auch Stammkundinnen ihres Friseursalons. Sie selbst ist mit ihrem Friseursalon unweit in die Querstraße gezogen. Und für ihre Kundinnen gibt es einen besonderen Service, sagt sie am Ende. „Mein Mann liefert auch auf Wunsch Eis in den Friseursalon.“ (Kathrin Rossendorff)

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