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Frankfurt: Friedensforscher Harald Müller geehrt

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Von: Pitt von Bebenburg

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Harald Müller betreibt Friedensforschung nicht als Selbstzweck, sondern will sie in der Gesellschaft verankern.
Harald Müller betreibt Friedensforschung nicht als Selbstzweck, sondern will sie in der Gesellschaft verankern. © peter-juelich.com

Verdienstkreuz für ehemaligen HSFK-Chef

Es ist eine besondere Ehrung in brisanten Zeiten: Der Frankfurter Friedensforscher und langjährige Politikberater Harald Müller hat am Dienstag in Berlin das Bundesverdienstkreuz erhalten. Das teilte die Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) in Frankfurt mit. Ausgehändigt wurde die Auszeichnung von der Staatssekretärin im Auswärtigen Amt, Susanne Baumann.

Der 72-jährige Professor leitete von 1996 bis 2015 die HSFK, die unter seiner Führung zu einem Leibniz-Institut aufgewertet worden war. Damit habe Müller der deutschen Friedensforschung „Sitz und Stimme in der Runde der ausgewiesenen Exzellenzinstitute erkämpft“, urteilt die HSFK.

Müller sei es immer ein Anliegen gewesen, „Friedensforschung nicht als L’art pour l’art zu betreiben, sondern in der Gesellschaft zu verankern und an den zentralen Herausforderungen für Friedenspolitik anzusetzen“, sagt seine Nachfolgerin an der HSFK-Spitze, Nicole Deitelhoff. Müller hatte sich insbesondere mit seiner Forschung zu nuklearer Abrüstung und Abrüstungsbemühungen einen Namen gemacht.

Der Frankfurter beriet seit 1987 Gremien zur Rüstungskontrolle. So gehörte er fünfmal der deutschen Delegation bei den Überprüfungskonferenzen des Atomwaffensperrvertrags an.

Auch in der aktuellen Diskussion über den Angriff Russlands auf die Ukraine hat Harald Müller bereits früh Position bezogen – mit einem pessimistischen Beitrag. „Der russische Diktator hat planvoll, einseitig und mit expansiven Absichten eine Aggression gegen einen kleineren Nachbarstaat vorbereitet und ausgeführt“, schreibt er über Russlands Präsidenten Wladimir Putin. „Die aggressive KGB-Mentalität des russischen Herrschers macht auch die Erneuerung einer Entspannungspolitik unmöglich und blockiert auf absehbare Zeit jeden Versuch, zur Abrüstungspolitik zurückzukehren.“

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