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Auch am Freitag waren wieder bis zu 600 Menschen auf dem Friedberger Platz. Die meisten räumten ihn aber rechtzeitig.

Nordend

Feierei am Friedberger Platz: Ohne Hygienekonzept oder Teilnehmerbegrenzung

  • Oliver Teutsch
    vonOliver Teutsch
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Der Friedberger Platz im Frankfurter Nordend ist unwirtlich, lockt aber die Massen, die später weiterziehen. Ein Corona-Hygienekonzept gibt es nicht und wenig Mund- und Nasenschutz.

Die fünf jungen Leute haben sich unweit des Kiosks eingerichtet. Vor ihnen steht ein Bauzaun, hinter ihnen tobt der Verkehr der Friedberger Landstraße. Sie stehen beisammen, ihre Getränke haben sie zwischen ihren Füßen stehen. Klingt nicht sehr verlockend für einen Freitagabend. „Sie wohnt in der Nachbarschaft und wir sind immer hier“, sagt einer der Männer.

Friedberger Platz in Frankfurt: Ein Hygienekonzept gibt es nicht

Aber nicht nur am Friedberger Platz ist an diesem lauen Freitagabend viel los, überall im Nordend zieht es die Menschen nach draußen. Auf dem Luisenplatz, am Matthias-Beltz-Platz, vor Kiosken, Restaurants, Weinbars, überall junge Menschen auf der Suche nach Alkohol und Spaß. An das Coronavirus mag keiner denken, eine Maske hat hier niemand auf. Vier Mitarbeiter der Stadtpolizei haben am südlichen Ende des Friedberger Platzes Stellung bezogen. Ein Radfahrer kommt vorbei und hat Redebedarf. Er meldet den Stadtpolizisten einen Hotspot auf der Unteren Bergerstraße. Da müssten sie unbedingt mal vorbeischauen. „Sie sollten in die Stadtpolitik“, sagt der Ordnungshüter, als ihm der Vortrag zu viel wird. Das hilft, der Radfahrer muss weiter.

Etwa 600 Menschen sind gegen 21 Uhr auf dem Platz. Nicht viel im Vergleich zu früheren Zeiten, aber doch deutlich mehr, als etwa in den Kultursommergärten zugelassen sind, die noch dazu ein Hygienekonzept haben.

Feiern auf dem Friedberger Platz: Kein Hygienekonzept aber viele Besucher

Gegen 22 Uhr sollen die Menschen den Platz verlassen, so ist die Vereinbarung, damit es die Party am Bauzaun überhaupt weiter geben darf. Zögerlich verlassen die Menschen den Platz, Mitarbeiter der Stadtreinigung verscheuchen die Müßiggänger mit ihren Laubbläsern, die vor allem Staub aufwirbeln. Die Mitarbeiter der Stadtpolizei sind recht zufrieden mit der Entwicklung.

Das Problem: Niemand der Vertriebenen will nach Hause. Die meisten besorgen sich Getränke und ziehen weiter, viele davon zum Luisenplatz, wo es eine solche Vereinbarung nicht gibt. Um 20.30 Uhr ging es an dem Kreisel noch relativ beschaulich zu, doch es kommen immer mehr Menschen. Eine Anwohnerin am Luisenplatz steht im Garten und raucht. „Zwischen 22.15 und 22.30 Uhr kommt immer ein ganzer Schwall rüber vom Friedberger Platz“, sagt sie. Die Frau wirkt gelassen, aber sie weiß, dass mancher Nachbar wegen der Lärmbelästigung stündlich bei der Polizei anruft. Doch die verweise auf die Stadtpolizei. „Die Flitzpiepen kannst du vergessen, die machen Durchsagen, man soll sich bitte auf Zimmerlautstärke unterhalten.“ Auch das klingt nicht sehr verlockend für einen Freitagabend. (Oliver Teutsch)

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