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Frankfurt: Fridays zurück auf der Straße

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Von: Lukas Geisler

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Verkehrswende als Hauptthema: Die Fridays for Future-Demo am Freitag auf ihrem Weg von Bockenheim zur Hauptwache.
Frankfurt, 02.09.2022 © Michael Schick

Fridays for Future-Demonstration für die Verkehrswende / Erste Protestaktion seit März

Leon Kemp, 17, ist Schüler und seit Ende 2019 bei Fridays for Future in Frankfurt aktiv. Als erster Redner tritt er bei der Demonstration am Freitag an der Bockenheimer Warte ans Mikrofon. Gleich am Anfang macht Kemp klar: „Wir brauchen eine Verkehrswende!“ In seiner Rede, die sich rund um die Verkehrsthematik dreht, fordert er mehr Investitionen in die öffentliche Infrastruktur. „13 Milliarden Euro im Jahr für eine Verlängerung des Neun-Euro-Tickets ist bezahlbar“, sagt Kemp und fügt hinzu: „Statt Dieselsubventionen und Dienstwagenprivileg, kann man ein Jahr das Neun-Euro-Ticket finanzieren.“ Das sei keine „Gratismentalität“.

Im Gespräch vor der Demonstration berichtet er davon, was in den letzten Monaten passiert ist und was in den kommenden Wochen ansteht. Ein halbes Jahr war es still um die Schüler:innen geworden. Die erste Demonstration seit März 2022 sollte auch ein Zeichen setzen, dass die Gruppe wieder aktiv ist. In den letzten Monaten habe man bemerkt, dass es eine Pause brauchte. Untätig waren die Aktiven allerdings nicht. Wie Kemp erklärt, habe sich die Gruppe nach einem Reflektionsprozess neu strukturiert. In den nächsten Monaten wolle man nicht nur wieder auf der Straße präsent sein, sondern Politik in alle in alle Lebensbereiche tragen. Sprich: Die Gruppe will sich mehr in lokalen Strukturen einbringen.

Bei der letzten Demonstration im März waren 8000 Menschen gekommen, am Freitag war es nur eine relativ kleine Gruppe von 100 Aktiven, die sich um 12 Uhr an der Bockenheimer Warte traf. Nach den Redebeiträgen zog die Demonstration in Richtung Hauptwache.

Für Leon Kemp ist klar: „Das Neun-Euro-Ticket hat gezeigt, wie es anders gehen kann.“ Die Schüler:innen gingen wieder auf die Straße, weil sie sähen, dass „gerade jetzt viele wichtige politische Richtungsentscheidungen anstehen“. So lief die Demonstration unter dem Motto „Geld für ÖPNV statt für Gaskonzerne“. Das Neun-Euro-Ticket habe nicht nur gezeigt, dass Mobilität einfach erleichtert werden kann, „sondern dass Menschen dadurch sozial entlastet wurden und gleichzeitig in nur drei Monaten 1,8 Millionen Tonnen CO2 eingespart wurde“.

„Von der Bundesregierung ist es höchst unverantwortlich, das Neun-Euro-Ticket zurückzurufen und gleichzeitig eine Gaspauschale einzuführen, die gerade Menschen mit geringen Einkommen belastet“, erklärt er und ergänzt: „Menschen mit geringen Einkommen sollten nicht für die Schulden von Unternehmen aufkommen, die auf Gas als fossile Energieträger gesetzt haben, statt in den letzten Jahren in erneuerbare Energien zu investieren.“

Momentan arbeitet die Gruppe auf den globalen Klimastreik am 23. September hin. „Angesichts der Energiekrise ist es unsere weltweite Aufgabe, dass die Politik nicht ohne Gegenprotest Kohleverstromung verlängern kann und Atomkraft neu diskutiert wird“, sagt Leon Kemp aus Überzeugung. Auch Gas sei keine Alternative, ob aus Russland oder aus anderen autokratisch-regierten Staaten, denn für ihn ist klar: „Fossile Energieträger sind immer mit Ausbeutung der Welt verbunden.“

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