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Seit Monaten gehen die „Fridays for Future“-Aktivisten in Frankfurt auf die Straße. Jetzt wollen sie die Zeil teilweise lahmlegen.

Klimaproteste

Frankfurt: Fridays for Future wollen die Zeil blockieren

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Am 29. November steht der nächste globale Aktionstag der Fridays for Future an. Die Frankfurter Ortsgruppe will offensiver werden und den Ablauf auf der Zeil stören.

Frankfurt - Die Protestbewegung „Fridays for Future“ bereitet sich auf ihren nächsten großen Aktionstag in Frankfurt vor – und kündigt an, am kommenden Freitag die Einkaufsstraße Zeil zu blockieren. Man werde dort am globalen Aktionstag am 29. November, „kreative Aktionen mit blockierendem Charakter“ auf die Beine stellen, sagte Dominik Ullrich von der Frankfurter Ortsgruppe der Klimaprotestbewegung während einer Pressekonferenz bei der Senckenberg-Gesellschaft. Dabei wolle man sich auch Protestformen bedienen, die während der aktuellen Sozialproteste in Chile benutzt würden, ergänzte Ullrichs Mitstreiter Asuka Kähler.

Mit den Protesten am sogenannten Black Friday, an dem viele Einzelhändler mittlerweile ihr Weihnachtsgeschäft einläuten, wollen die Fridays for Future Unternehmen und Konzerne an ihre Verantwortung für den Klimawandel erinnern. „Profitinteressen verbrennen unsere Zukunft, ohne dabei Rücksicht auf Mensch und Natur zu nehmen“, heißt es in einer Erklärung zu den Protesten. Darin steht außerdem, der kommende Freitag werde der „bisher am stärksten aktionistisch geprägte Tag“ der Frankfurter Fridays for Future sein.

Fridays for future in Frankfurt: Start der Demozüge um 12 Uhr

Um 12 Uhr wollen die Aktivistinnen und Aktivisten sich am Frankfurter Zoo und an der Bockenheimer Warte versammeln, um dann mit zwei Demozügen auf die Zeil zu ziehen. Dort soll es dann ab 14 Uhr Infostände und Blockadeaktionen geben.

Von 9 bis 11 Uhr am Freitag, also vor den eigentlichen Protesten, plant die Senckenberg-Gesellschaft ein sogenanntes Klimafrühstück, bei dem Volker Mosbrugger, der Generaldirektor der Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung, sowie andere Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen und Experten mit den jungen Protestierenden und anderen Interessierten über den Klimawandel sprechen wollen.

Im Aufruf zu dem Aktionstag heißt es, beim letzten globalen Aktionstag der Fridays for Future am 20. September seien bundesweit mehr als eine Million Menschen für mehr Klimaschutz auf die Straße gegangen, die Bundesregierung habe aber nur ein „lächerliches Klimapaket“ auf den Weg gebracht. Deshalb wolle man „gemeinsam einen Schritt weiter gehen und den Druck auf Politik und Wirtschaft weiter erhöhen“.

Es gehe am 29. November vor allem darum, „die Konzerne in die Verantwortung zu ziehen und die Art und Weise, wie wir wirtschaften, zu hinterfragen“, heißt es weiter. Anlass des globalen Aktionstages ist der Klimagipfel der Vereinten Nationen, der eigentlich in Chile stattfinden sollte und nun am 2. Dezember in Madrid beginnen wird.

Fridays for future in Frankfurt: Systemfrage soll in Fokus gerückt werden

Sprecher Asuka Kähler sagte, innerhalb der Bewegung werde gerade intensiv diskutiert, wie man sich weiterentwickeln solle. „Nach und nach werden unsere Freitagsstreiks aus Sicht der Politik und der Gesellschaft zur Normalität“, sagte Kähler. Derzeit würden verschiedene Konzepte diskutiert, aber es bestehe in der Frankfurter Ortsgruppe Einigkeit, dass der Fokus „darauf liegen muss, die Menschen mitzunehmen“. Es reiche nicht, dass immer mehr Leute Sorge wegen des Klimawandels hätten, man müsse auch „die Systemfrage in den Fokus rücken“, sagte Kähler.

Am gestrigen Montag begann auch die Klimastreik-Woche der „Students for Future“, die noch bis zum Aktionstag am Freitag am Campus der Goethe-Universität eigene Veranstaltungen zu Themen rund um den Klimawandel und seine Folgen organisieren (siehe Bericht auf der nächsten Seite). Man rufe dazu auf, möglichst viele Seminare und Vorlesungen abzusagen und stattdessen die zahlreichen Alternativveranstaltungen zu besuchen, sagte Lea Müller-Praefcke von den Students for Future. Man wolle den „gewöhnlichen universitären Betrieb“ stören und dafür sorgen, dass die Hochschulen sich stärker in die Klimadebatte einmischten. Das sei allein deshalb in ihrem eigenen Interesse, weil die Politik mit ihrer zu wenig engagierten Klimapolitik „aktuell wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse ignoriert“, sagte Müller-Praefcke. Die Students for Future wollen sich am Freitag ebenfalls an den Protesten der Fridays for Future beteiligen und vom Campus Westend und vom Campus Riedberg gemeinsam mit dem Rad zum Protestieren in die Innenstadt fahren.

„Farmers for Future“ - Lesen Sie hier einen Kommentar zum Bauernprotest

Einen ersten Vorgeschmack auf die kommenden Proteste gab es am Montagmorgen auch schon: Etwa 30 junge Leute blockierten mit ihren Fahrrädern gegen 8.15 Uhr kurzzeitig die Ecke Max-Horkheimer-Straße, Hansaallee am Campus Westend und behinderten den Autoverkehr. Finn Gölitzer von den Students for Future sagte dazu, man habe die Zufahrt zu einem Parkhaus blockiert, weil man einen autofreien Campus fordere. Laut Polizei verlief die Protestaktion friedlich.

Von Hanning Voigts

Auf der Zeil in Frankfurt gibt es Probleme mit Bettlern*: Sie sorgen dort für Ärger bei den Einzelhändlern. Sie müssen oft Fäkalien und Abfall beseitigen. Verantwortliche der Stadt suchen nach Lösungen.

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