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Kein Autoverkehr an der Alten Brücke - das sollte laut Fridays for Future so bleiben.  

Fridays for Future

Frankfurt: Fridays for Future will die autofreie Innenstadt

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Die Demonstrierenden treffen sich erstmals seit Wochen, um am Mainkai die autofreie Innenstadt und eine ökologisch ausgerichtete Wirtschaft zu fordern.

Ein Ruf hallt am Freitag um zwei Uhr über den Mainkai. „What do we want: climate justice; when do we want it: now“. Fridays for Future Frankfurt sind zurück, nachdem sie wegen Corona-Beschränkungen wochenlang nur digital protestieren konnten.

Bis zu Hundert Teilnehmer zählt die Polizei, die nur einmal durchsagen muss „bitte halten Sie den Abstand ein“. Ansonsten haben die Demonstrierenden Kreuze auf den Asphalt gemalt, wo sich die größtenteils jungen Menschen mit Mund-Nase-Bedeckung bei gebührender Distanz aufstellen oder hinsetzen.

Die Bundespolitik habe immer noch keine Lösung für die Klimakrise gefunden, sagt ein Sprecher. Stattdessen nutze sie die Corona-Krise, um den Autokonzernen eine Kaufprämie zu versprechen, die einer nachhaltigen Mobilität und der Verkehrswende entgegenstehe. „Die Krise ist immer auch eine Chance, jetzt ist die Zeit für Veränderung“, sagt er, und fordert die Bundespolitik zu einer sozial-ökologischen Wende auf. Gefördert werden dürften nur nachhaltige und sozial gerechte Projekte. Das bedeute auch, keine Subventionen für die Lufthansa. „Wir fordern eine Transformation der Wirtschaft“, sagt er.

Über den Lautsprecher schallt Pink Floyds „Another Brick in the Wall“, der Asphalt ist mittlerweile mit Kreide bemalt. „Verkehrswende jetzt“, „Mainkai bleibt autofrei“, „Kapitalismus ist das Virus“ ist da zu lesen. Ein Mädchen malt ein Herz um ein Fahrradpiktogramm.

Um halb drei setzt sich der Zug in Gang. Eine Viertelstunde lang dürfen die Demonstrierenden die Kreuzung an der Alten Brücke blockieren. Die Polizei hat die Straße für die Kundgebung gesperrt. Eine Aktivistin greift zum Mikro und wettert gegen das Auto. Sie liest die Rede von ihrem Handy ab. Autos stünden in Frankfurt überall herum, verbrauchten Platz und Ressourcen, schadeten dem Klima. „Die Verkehrswende ist überfällig“, sagt sie. Die testweise Sperrung des Mainkais sei nur der erste Schritt gewesen, nun müsse die autofreie Innenstadt folgen. Schon setzt der Chor der Zustimmenden ein „Wir wollen eine autofreie Innenstadt“.

Eine Kaufprämie sollte es für Fahrräder geben, nicht für Autos, sagt sie weiter. Fahrradreparaturen ließen sich ebenfalls subventionieren. Der öffentliche Nahverkehr müsse weiter ausgebaut werden, die Fahrradwege sowieso. Parken für Autos müsse noch teurer werden. Das kommt gut an bei den Demonstrierenden, die die Blockade nach einer Viertelstunde auflösen.

Dann ruft ein Sprecher die Anwesenden zu einer weiteren Kundgebung auf. Den sogenannten Hygienedemos, an denen sich Verschwörungstheoretiker, Rechtsextreme und Impfgegner beteiligten, müsse etwas entgegengesetzt werden. Treffpunkt für die Demo unter dem Motto „#UniteBehindTheScience“ ist am heutigen Samstag, 13 Uhr, an der Hauptwache.

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