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Pogo-Tanzen fürs Klima an der Kreuzung Senckenberganlage/Bockenheimer Landstraße

„Fridays for Future“

„Fridays for Future“-Demonstranten blockieren tanzend Frankfurter Innenstadt

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Unter dem Motto „Wir tanzen bis Ihr handelt!“ blockieren etwa 350 Demonstrierende von „Fridays for Future“ nacheinander vier Frankfurter Straßenkreuzungen. Außerdem gibt es Kundgebungen an der Bockenheimer Warte und Hauptwache.

Dass dies keine allfreitägliche Fridays-for-Future-Demonstration wird, kündigt schon das Motto an. Mit „Wir tanzen bis ihr handelt!“ blockieren etwa 350 Demonstrierende am Freitag nacheinander vier Frankfurter Straßenkreuzungen. Außerdem gibt es Kundgebungen an Bockenheimer Warte und Hauptwache.

Genau sieben Minuten lang darf mitten auf den Straßenkreuzungen getanzt werden, die die Polizei absperrt. Mit Papierschildern werden die verbleibenden Minuten heruntergezählt - direkt vor den Menschen in ihren Autos, die teilweise ihre Handys zücken und filmen, während sie warten. Ein Mann steigt entrüstet aus seinem Wagen und läuft schreiend auf die Menge zu: „Was soll das? Die Hälfte von denen ist eh mit Autos gekommen!“ Allerdings ist der Großteil der Demonstrierenden eindeutig unter 18, sie gehen noch zur Schule. Als ein Demonstrant schreit: „Wie viel Zeit bleibt uns noch?“, wird die Doppeldeutigkeit dieser Frage deutlich: nach der verbleibenden Zeit zum Tanzen, aber auch zur Klimarettung.

Später gibt es Kritik an der Musikauswahl der Tanzdemo - bei „Schrei nach Liebe“ von den Ärzten brüllen aber fast alle mit und zu Nirvana bildet sich vor der Alten Oper eine Polonaise-Reihe. Auch beim „Macarena“ tanzen viele mit, dann wird Pogo gehüpft.

Zum Abschluss der Ferien sollte die Kundgebung lockerer sein: “Wir wollten schon nochmal zeigen, dass wir jung sind“, sagt Mitorganisator Paul. Der 15-Jährige findet, dass sich „in den Köpfen der Menschen schon einiges getan hat, es ist die richtige Richtung - aber viel zu wenig und vor allem nicht schnell genug.“ Er hofft, dass der Bericht des Weltklimarats, kombiniert mit dem Generalklimastreik am 20. September, zu dem Fridays for Future aufruft, „wirkliche Veränderung bewirkt.“

Aufgeteilt in kleine Gruppen, benannt als Himbeere, Erde oder Sellerie, zieht die Gruppe von Kreuzung zu Kreuzung - während der Märsche jedoch müssen alle leise sein, weil hier keine Demonstration angemeldet wurde. Das stößt auf leichten Unmut. „Ich hätte gern lauter gebrüllt, schade, dass das nur an den Kreuzungen ging“, sagt Sarah-Lea, die die Fridays-for-Future-Demonstrationen in Neuenburg am Rhein organisiert. Zufrieden sind aber alle mit der Rettungsgasse, die die Tanzenden blitzschnell gebildet haben, als ein Notarztwagen mit Sirene durch die Blockade musste.

Die 16-jährige Lisa hat sich eine beeindruckende Pappmaché-Figur gebastelt und tanzt mit ihrer Erdkugel am Stiel als Müllhalde für Plastikverpackungen. Sie sagt: „Viele reden zwar inzwischen über den Umweltschutz - nur der Erde hilft das auch noch nicht.“

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