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Durch Anfassen Geräusche erzeugen: Die Jugendlichen hatten Spaß bei der Präsentation ihrer Werke.

Jugendbildung

Frankfurt: Fremde Klänge hören

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Projekt in der Schirn soll Jugendliche für Kunst begeistern.

Viele unterschiedliche Geräusche strömen beim Betreten der Domino-Ausstellung durch die Luft. Kinder und Erwachsene sitzen gespannt vor diversen Gegenständen, berühren diese, fotografieren sie oder gehen durch die Ausstellung und suchen nach besonders schrägen Exponaten. Wie klingt eigentlich der Regenwald aus dem Amazonas oder wie kann man an einem Teppich das Rauschen des Meeres hören? Fragen, die Jugendliche bei einem Projekt in der Schirn ergründet haben.

Chantal Eschenfelder, die Leiterin der Abteilung Bildung und Vermittlung in der Schirn, erklärt, dass sich Kinder des „Schirn-Domino-Projekts“ an diversen Alltagsgegenständen probiert haben, um verschiedene Klänge zu erzeugen. „Die Teilnehmer haben zum Beispiel eine Gitarre aus Staubsaugeraufsätzen und auseinandergenommenen Wasserpistolen gebaut.“

Die leicht goldbraun schimmernde Gitarre hängt bei der Präsentation der Arbeiten unübersehbar an der rechten Wand der Ausstellung, direkt neben den sogenannten Schlauchhörnern. „Das sind Gartenschläuche, die mit einem Plastiktrichter kombiniert worden sind“, sagt Eschenfelder. Wer in die Gegenstände pustet, die wie eine Art alternatives Posthorn aussehen, erzeugt tatsächlich Töne. Alle diese Instrumente sind Gegenstände, die während des Bildungs- und Vermittlungsprogramms der Schirn Kunsthalle entstanden sind. Schüler zwischen 13 und 17 Jahren, die aus Jugendzentren und Sprachförderklassen kommen, haben daran teilgenommen. Ziel des Projektes war es, Jugendliche für die Auseinandersetzung mit Kunst zu begeistern.

Begleitet wurde das Projekt dabei von Kunstpädagoginnen und Kunstpädagogen. Die Jugendlichen sollten so auch die Grundlagen und Methoden künstlerischen Arbeitens kennenlernen und ihre sozialen Kompetenzen ausbauen.

In den begleitenden Sprachförderklassen haben sie zudem ihre Sprachkenntnisse erweitert. So haben die Schüler der Deutsch-Intensivklasse der Friedrich-Ebert-Schule aus Seckbach unter anderem verschiedene lyrische Texte geschrieben und auch künstlerische Fachbegriffe als Vokabeln gelernt.

Jugendliche von Break 14, einer Kinder- und Jugendkulturwerkstatt aus Niederrad, haben neben den Schlauchhörnern verschiedene Trommeln aus Holzplatten oder diverse Rasseln gebaut. „Die Kinder haben auch die Aktualität berücksichtigt und den Amazonas mit seinen Bränden mit einfließen lassen“, sagt Eschenfelder.

Aus Pappschichten wurden zwei „Regenmacher“ gebastelt, die beim Umdrehen das Rauschen der Regentropfen im Amazonas-Regenwald imitieren.

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