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Am Römer demonstrierten Pädagogen, Kinder und Jugendliche für höhere Zuschüsse. 

Protest

Frankfurt: Freie Träger der offenen Kinder- und Jugendarbeit demonstrieren

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Weil sie keine höheren Zuschüsse für ihre Personalkosten bekommen, gehen Pädagogen, Kinder und Jugendliche gemeinsam auf die Straße. Die Dezernentin verspricht bald mehr Geld, doch die Träger bleiben skeptisch.

Mit einer Demonstration durch die Stadt haben die freien Träger der offenen Kinder- und Jugendarbeit erneut auf fehlende finanzielle Mittel aufmerksam gemacht. Mehr als 250 Menschen – vorrangig Pädagogen, Kinder und Jugendliche – protestierten auf der Eschersheimer Landstraße lautstark gegen die fehlende Bereitschaft der Stadt, die Zuschüsse für die Einrichtungen aufzustocken. Die Veranstalter sprachen sogar von mehr als 400 Teilnehmern.

Bei einer Zwischenkundgebung in der Schillerstraße, wo das zuständige Sozial- und Jugenddezernat seinen Sitz hat, errichteten die Demonstranten eine Mauer aus Pappkartons, auf die sie ihre Forderungen geschrieben hatten. Es ging um Mädchengruppen, Hausaufgabenhilfen und ein Ende der geschlossenen Türen.

Hintergrund ist der monatliche Tag der geschlossenen Tür, den die freien Träger seit einiger Zeit praktizieren. Einmal im Monat bleiben die Jugendzentren zu, weil die finanziellen Mittel nicht mehr ausreichen. Insgesamt sind 117 Einrichtungen von 68 freien Trägern betroffen.

„In den vergangenen Jahren wurde viel verschlafen“, sagt Christian Telschow vom Vorstand des Frankfurter Jugendrings. 1,96 Millionen Euro pro Jahr fehlen den Einrichtungen, um die in den vergangenen Jahren gestiegenen Tariflöhne auszugleichen. „Und dann sind wir erst wieder auf null, aber es braucht dann auch eine vernünftige Planung, damit so etwas nicht wieder passiert“, sagt Telschow.

Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU) verspricht eine einmalige Unterstützung der Träger in Höhe von 2,8 Millionen Euro. Diese nicht verbrauchten Haushaltsmittel sollten Entlastung im Sachkostenbereich bringen. Jede Einrichtung wird einen Sockelbetrag von 2000 Euro bekommen, je nach Zahl der Mitarbeiter gibt es dann noch mehr.

Zudem habe sie für den Doppelhaushalt 2020/2021 im ersten Jahr 1,2 Millionen und im zweiten Jahr 1,8 Millionen Euro Zuschüsse eingebracht. Diese würden aber auch auf andere Einrichtungen etwa die der Drogenhilfe verteilt. Birkenfeld wies zudem darauf hin, dass es im Nachtragshaushalt 2016 durchaus 1,5 Millionen Euro als Tarifausgleich gab. Die freien Träger führen an, dass es seit 2015 keine Erhöhung gab. Sie kritisierten, dass die Mittel für den Doppelhaushalt nur ein Tropfen auf den heißen Stein seien.

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