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Frankfurt: Freie Kunstschaffende fordern mehr Geld

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Von: Florian Leclerc

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Die Performance mit den Künstlerinnen Line Krom, Haike Rausch, Monika Linhard (v.l.). Monika Müller
Die Performance mit den Künstlerinnen Line Krom, Haike Rausch, Monika Linhard (v.l.). Monika Müller © Monika Müller

In Frankfurt liegt der Förderetat für die Freie Kunstszene bei 80 000 Euro - das reicht für 32 Projekte. Die Freie Kunstszene fordert eine Erhöhung des Betrags.

Wie fühlt es sich an, als freischaffende Künstlerin oder Künstler Förderanträge zu schreiben, die dann von der Stadt Frankfurt bewilligt werden oder nicht? Diese Situation haben die Künstlerinnen Monika Linhard, Line Krom und Haike Rausch am Donnerstagabend in der Heussenstamm-Galerie vor etwa 30 Gästen mit einer Performance dargestellt.

In roten Arbeitsoveralls saßen sie gegenüber von Thomas Bäppler-Wolf (SPD) und Britta Wollkopf (Volt), die in ihren Fraktionen für Kulturpolitik zuständig sind.

Wollkopf und Bäppler-Wolf mussten Förderanträge schreiben. Mitsamt kleinen künstlerischen Skizzen, welche die Künstlerinnen, die die Stadt repräsentierten, dann bewerteten. Weil das Fördergeld begrenzt war, wurde nur ein Antrag bewilligt, der von Wollkopf. „Ich fühle mich diskriminiert!“, entfuhr es Bäppler-Wolf.

Etwa 1500 Künstlerinnen und Künstler leben in Frankfurt

Monika Linhard, Line Krom und Haike Rausch sind Sprecherinnen der „Koalition der Freien Szene Frankfurt“. Sie vertritt die Interessen der freien Kunstschaffenden. Etwa 1500 bildende Künstlerinnen und Künstler leben den Angaben zufolge in Frankfurt.

Für die freischaffenden Künstlerinnen und Künstler stellte die Stadt in diesem Jahr 80 000 Euro an Fördermitteln zur Verfügung. „Das reicht gerade mal für 32 Projekte, wenn kein Projekt mehr als 2500 Euro kostet“, führte Haike Rausch aus. Zum Vergleich: Die Stadt fördert die Freie Theaterszene mit fünf Millionen Euro pro Jahr. Der gesamte Kulturetat lag 2022 bei 172 Millionen Euro – ein Großteil ist für die Städtischen Bühnen vorgesehen. Von 2023 bis 2025 soll der Kulturetat auf 155 Millionen Euro sinken.

„Es gibt eine strukturelle Schieflage“, sagte Christian Kaufmann, Leiter der Heussenstamm-Stiftung. „Dabei wollen wir doch, dass die Künstlerinnen und Künstler in Frankfurt bleiben und die Kulturregion Frankfurt Rhein-Main bereichern.“

Das Schreiben von Förderanträgen sei eine unbezahlte Eigenleistung, ob der Antrag genehmigt werde oder nicht, führte Haike Rausch aus. In den Förderanträgen sei kein Honorar für die künstlerische Arbeit vorgesehen.

Dass 80 000 Euro nicht gerade viel Geld sei, um die Arbeit der freischaffenden Künstlerinnen und Künstler zu fördern und damit ihre Existenz zu sichern, sei ihm bewusst, sagte Bäppler-Wolf. Er betonte aber auch, dass im Oktober und November „schwierige Haushaltsberatungen“ mit dem Stadtkämmerer anstünden. „Wir müssen unseren Kulturetat retten und dann über eine faire Verteilung sprechen“, sagte Britta Wollkopf.

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