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Hier soll das Kinder- und Jugendtheater einmal spielen.

Zoo-Gesellschaftshaus

Frankfurt: Freie Gruppen wollen beim Kinder- und Jugendtheater dabei sein

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Mehrere Ensembles möchten die städtische Kinder- und Jugendbühne bespielen und machen Druck auf Kulturdezernentin Ina Hartwig. Die lädt zum Dialog ein.

Das geplante städtische Kinder- und Jugendtheater im Zoo-Gesellschaftshaus ruft die freie Theaterszene auf den Plan. Zehn freie Gruppen haben sich in einem Verein namens „Paradiesvogel“ zusammengeschlossen. Sie erheben den Anspruch, die neue städtische Bühne im Zoo zu bespielen. Das hat der Geschäftsführer des auf Kinder und Jugendliche ausgerichteten Theaterhauses Schützenstraße, Gordon Vajen, bei seiner Programmpressekonferenz erklärt.

„Wir wollen Teil dieses Konzepts sein“, sagte Vajen vor Journalisten. Auch widerspreche die freie Theaterszene der Berufung einer Intendanz für das städtische Kinder- und Jugendtheater, wie sie Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) beabsichtigt. Stattdessen forderten die freien Ensembles, so Vajen, eine „kollektive Leitung“ des neuen Hauses im Zoo. Es brauche ein „demokratisches Modell“ ähnlich der Mitbestimmung, die der damalige Kulturdezernent Hilmar Hoffmann (SPD) 1972 bei den Städtischen Bühnen in Frankfurt eingeführt hatte.

Die Kulturdezernentin ging daraufhin demonstrativ auf die freie Szene zu. Sie freue sich sehr über diesen Schulterschluss der freien Theater und begrüße es, dass sie „sich in den Prozess einbringen möchten“. Die neue Einrichtung im Zoo solle ein „offenes Haus auch für die freie Szene“ werden. Diese Ausrichtung sei „von Anfang an vorgesehen“ gewesen. Die Kulturdezernentin ließ allerdings offen, wie genau die Leitung des neuen städtischen Theaters aufgestellt sein soll. Dazu sei es jetzt noch zu früh, sagte ihre Sprecherin Jana Kremin. Hartwig selbst erklärte, es gebe „sicherlich verschiedene Leitungsmodelle“ und es sei „wünschenswert, dass wir ein Leitungsteam haben“.

Die Dezernentin lud den neuen Verein „Paradiesvogel“ zum Gespräch ein. Kremin kündigte an, dass im Frühjahr 2020 das internationale Theaterfestival „Starke Stücke“ im Zoogesellschaftshaus ausgerichtet werden soll. Es richtet sich ausdrücklich an ein junges Publikum und ist im Jahre 1994 gegründet worden.

So schnell wie möglich, so sagte es Kremin, sollten im übrigen „lokale Gruppen das Haus interimsmäßig bespielen“. Die Kulturdezernentin nannte die Gründung des Vereines „Rückenwind“ für das geplante Kinder- und Jugendtheater.

Der Geschäftsführer des Theaterhauses Schützenstraße, Gordon Vajen, erklärte vor Journalisten, er habe bereits vor 15 Jahren dem Römer-Kulturausschuss ein Konzept für ein städtisches Kinder- und Jugendtheater vorgestellt. Dies sei jedoch nie weiterverfolgt werden. Vajen erklärte weiter, das geplante städtische Theater könne „unser Haus in existenzielle Gefahr bringen“. Das Theaterhaus Schützenstraße habe in der zurückliegenden Saison 250 Vorstellungen mit insgesamt 19 500 Besuchern gespielt.

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