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Eine der wenigen Straßen, die in Frankfurt nach einer Frau benannt ist: die Rotlintstraße.
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Eine der wenigen Straßen, die in Frankfurt nach einer Frau benannt ist: die Rotlintstraße.

Straßennamen

Frankfurt will Frauen im Straßenbild sichtbarer machen

  • Helen Schindler
    VonHelen Schindler
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Nur wenige Straßen und Plätze in Frankfurt sind nach Frauen benannt - das zeigt jetzt auch eine Karte im Geoportal der Stadt. Das soll sich ändern.

Frankfurt – Von Frankfurts 3400 Straßen und Plätzen sind rund 1000 nach Männern benannt – und lediglich 130 nach Frauen. Diese ungleiche Verteilung zeigt sich jetzt auch auf einer Karte im Geoportal der Stadt. Die digitale Karte ist nach Geschlecht sortiert: Straßen und Plätze, die nach Männern benannt wurden, sind blau markiert, Straßen, die an weibliche Persönlichkeiten erinnern, pink.

Mit einem Mausklick werden biografische Kurzbeschreibungen angezeigt. Doch bei den nach Frauen benannten Straßen und Plätzen sind die Texte länger. Denn: Das Frauenreferat hat sie ergänzt, in wenigen Sätzen wird über das Leben und Wirken der Frauen informiert – und zwar mit Informationen aus der Publikation „Nach Frauen benannt“.

In dieser 2013 vom Frauenreferat herausgegebenen Publikation porträtieren die beiden Autorinnen Birgit Kasper und Steffi Schubert die weiblichen Persönlichkeiten, nach denen eine Straße oder ein Platz in Frankfurt benannt wurde.

Frankfurt: Frauendezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) will Frauen im Stadtbild sichtbarer machen

Im Geoportal erfährt man zum Beispiel, dass die Rotlintstraße auf die erste schriftlich überlieferte Frankfurterin, Frau Rotlint, zurückgeht, dass die Sophienstraße nach der Herzogin Sophie von Trabant benannt ist, die im übertragenen Sinn den Grundstein für das heutige Bundesland Hessen gelegt hat, und der Gisèle-Freund-Platz an eine Fotografin mit jüdischer Herkunft erinnert.

„Es ist uns wichtig, die Wahrnehmung der weiblichen Seite Frankfurts zu stärken und zu vermitteln, dass Frauen in unserer Stadt entscheidend Geschichte geschrieben und gestaltet haben“, sagt Frauenreferatsleiterin Gabriele Wenner. „Biografische Informationen über nach Frauen benannte Straßen verfügbar zu machen, ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung.“ Auch Frauendezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) betont, es sei wichtig, Frauen sichtbarer zumachen. „Mit Blick auf die Präsenz und die angemessene Berücksichtigung von Frauen im öffentlichen Raum ist allerdings noch viel Luft nach oben.“

Schon 1989 will die Frankfurter Stadtverordnetenversammlung mehr Straßen nach Frauen benennen

Dabei hatte die Frankfurter Stadtverordnetenversammlung schon im Jahr 1989 beschlossen, dass Frauen bei der Straßenbenennung stärker berücksichtigt und Frankfurterinnen dabei bevorzugt werden sollen. Eines der Beispiele, bei dem dies umgesetzt wurde, ist das Schönhof-Viertel. Dort wurden Anfang des Jahres drei neue Straßen nach Frauen benannt, die Opfer des Naziterrors geworden waren: Valentina Archipowa, Goldina Hirschberg und Karoline Veith. Den Beschluss hatte der Ortsbeirat 7 in einer interfraktionellen Initiative verabschiedet.

Auch die neue Stadtregierung will sich dafür einsetzen, dass künftig mehr Straßen und Plätze nach Frauen benannt werden. Im Koalitionsvertrag ist festgelegt, dass so lange Frauennamen in die städtische Vorschlagsliste für die Benennung von Straßen und Plätzen aufgenommen werden, bis diese 50 Prozent der Vorschläge umfassen. Analog gilt das für Parks und Schulen. Grundsätzlich entscheiden die Ortsbeiräte über die Benennung – sie sind angehalten, die Quotierung umzusetzen. (Helen Schindler)

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