Eine Passagiermaschine der United Airlines startet auf dem Frankfurter Flughafen hinter einem Erdhügel. Im Süden des Frankfurter Flughafens entsteht in einem riesigen Bauprojekt das Terminal 3 des größten deutschen Airports für bis zu 25 Millionen Passagiere jährlich.
+
Eine Passagiermaschine der United Airlines startet auf dem Frankfurter Flughafen hinter einem Erdhügel. Im Süden des Frankfurter Flughafens entsteht in einem riesigen Bauprojekt das Terminal 3 des größten deutschen Airports für bis zu 25 Millionen Passagiere jährlich.

Flughafen

Frankfurt: Fraports verseuchte Erde muss nach einem Jahr weg

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
    schließen

Die Genehmigungsbehörden gehen davon aus, dass Fraport die Auflagen erfüllt. Doch wozu dann die Baugenehmigung für das Bodenlager?

Die Abfuhr der belasteten Erde auf dem Fraport-Gelände läuft nach Plan. 50 bis 100 Lastwagen würden täglich abfahren, teilte Unternehmenssprecher Christian Engel am Donnerstag auf Anfrage mit. Demnächst werde sogar eine größere Menge des mit poly- und perfluorierten Chemikalien (PFC) belasteten Aushubs von der Terminal-3-Baustelle über die Schiene abtransportiert. Bis Herbst werde das kontaminierte Material direkt neben der Baustelle verschwunden sein.

Trotzdem hält die Flughafenbetreiberin an dem Antrag auf ein Bodenlager für fünf Jahre fest. „Um im Falle von Verzögerungen verantwortungsvoll mit der Situation umgehen zu können“, wie es in einer früheren Pressemitteilung heißt.

Maximal ein Jahr darf Fraport die kontaminierte Erde provisorisch auf dem Hügel lagern, der seit Ende 2018 neben der Baustelle anwuchs. An dieser Frist habe sich nichts geändert, sagt der Sprecher des Darmstädter Regierungspräsidiums (RP), Guido Martin, auf Anfrage. Die Behörde geht davon aus, dass die ältesten Chargen weggeschafft sind oder wieder verbaut, denn auch das sieht die Baugenehmigung vor. 

Entscheidung über Antrag im Herbst

„Vom Regierungspräsidium Darmstadt wird davon ausgegangen, dass jedes einzelne Haufwerk innerhalb des Lagers noch nicht länger als ein Jahr am Ort der Entstehung der Abfälle (Baugelände) lagert“, sagt Martin. Im Herbst sei mit einer Entscheidung über den Antrag zu rechnen. Sollte dieser positiv ausfallen, sei er nicht für immer und ewig gültig. Die Genehmigung erlöscht demnach, wenn nicht innerhalb einer bestimmten Zeit die Anlage gebaut oder in Betrieb geht. In der Regel setze das RP hier eine Frist von drei Jahren, so Martin. „Sie kann aber auf Antrag aus wichtigem Grund verlängert werden.“

Vor diesem Hintergrund stellt sich einmal mehr die Frage, warum Fraport den Bauantrag weiterverfolgt, obwohl das Unternehmen das Bodenlager nach eigener Darstellung gar nicht benötigt. Denn im Herbst soll doch der gesamte kontaminierte Boden fachgerecht auf Deponien entsorgt sein. Rechtsanwältin Ursula Philipp-Gerlach, Vertreterin der Stadt Mörfelden-Walldorf und des Kreises Groß-Gerau, hatte eine Frage bei der Erörterung gestellt. Aber auch nach dem Termin mit Vertretern von Behörden und Fraport sowie den Ausbaugegnern bleibe die Frage, „Inwiefern könnte es zu Verzögerungen kommen?“, offen.

Sie vermutet etwas anderes hinter dem Festhalten am Bauantrag: Womöglich wolle Fraport sich absichern für den Fall, dass bei anderer Gelegenheit Probleme mit kontaminiertem Material auftauchten. „Das wäre Vorratsplanung und rechtlich unzulässig.“ Entscheidend sei, was genau das RP genehmigen werde. Denn dass die Behörde dem Fraport-Antrag stattgibt, ist für sie nach der Erörterung sicher.

Kommentare