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Die überarbeitete Anlage ist größer als die vorherige.
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Die überarbeitete Anlage ist größer als die vorherige.

Flowpark eröffnet

Frankfurt: Neuer Skatepark unter Friedensbrücke löst Begeisterung aus

  • Clemens Dörrenberg
    VonClemens Dörrenberg
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Großer Andrang zur Eröffnung des neu gestalteten Frankfurter Skateparks. Concret Skate veranstaltet direkt den ersten Contest namens „Jam Balam“.

Frankfurt - Es ist ein großes Gewimmel am Sonntagmittag im neu gestalteten Skatepark unter der Friedensbrücke in Frankfurt. Jung und Alt rollen auf Skateboards durch die glatt betonierte und teils wellengeformte Anlage mit verschiedenen Hindernissen. Kleinere Stürze bleiben dabei nicht aus. Aber die Gestürzten sind meist schnell wieder auf den Beinen. Den ersten Skate-Contest unter dem Titel „Jam Balam“, wollen sich viele nicht entgehen lassen. Ausrichter ist der Verein „Concrete Skate“, der bei der Planung und beim Bau der Anlage involviert war.

Das kontinuierliche Kratzen und Schaben der Metallachsen und der hölzernen Bretter auf den neuen Hindernissen, Obstacles genannt, vermischt sich mit Hip Hop-Musik und beides hallt von den Sandsteinmauern, die die Brücke in Frankfurt tragen, wider. Ein Radfahrer, der auf der Friedensbrücke steht, beugt sich über das Geländer, um zu schauen, was darunter vor sich geht. Später werden immer mehr Schaulustige dazu kommen. Die Skate-Anlage mit ihren Rails und Curbs sieht im Gegensatz zur offiziellen Eröffnung vor einigen Tagen schon gut genutzt aus.

Zur Eröffnung des Skateparks unter der Frankfurter Friedensbrücke konnten die Skaterinnen und Skater beim Skateboard-Contest „Jam Balam“ Ihr Können zeigen.

Frankfurt: Neue Skateboard-Anlage löst Begeisterung aus

Jil Bauer und Kenny Kalbas aus Gelnhausen überlassen das Feld erstmal anderen. Sie haben sich auf eine Tischtennisplatte gesetzt, ihre Skateboards hinter sich abgelegt und schauen nur zu. Auf den sogenannten Flowpark angesprochen, der ein gutes Stück breiter als der alte ist und unter der Brücke heraus ragt, geraten beide ins Schwärmen. „Saucool, superflowig, superschön und für alle, vom Anfänger bis zum Fortgeschrittenen, was dabei“, findet der 26-jährige, der sich selbst eher als Beginner bezeichnet.

Bauer lobt vor allem den Belag. „Der Boden ist nicht so rau wie Asphalt“, sagt die 19-Jährige und zeigt eine getrocknete Aufschürfung am Ellenbogen. „Letztens habe ich mich hier hingelegt und auf Asphalt wäre alles offen gewesen“, fügt sie hinzu. „Gewöhnungsbedürftig“ finden beide die „steilen Quarters“ – kleine Rampen, die die Ränder der Anlage markieren.

Regeln

Konkrete Regeln zur Nutzung des „Flowparks“ gibt es vom Verein Concrete Skate, der die Anlage mitgestaltet hat, keine. Vorstandsmitglied Marius Karas wünscht sich einen „respektvollen Umgang miteinander“. Der Skatepark ist für Skateboards, BMX oder Scooter, offen.

Das Frankfurter Grünflächenamt wirbt auf einem Schild zu der „Rollsportanlage“ ebenfalls um Rücksicht. Bei Nässe darf die Anlage nicht benutzt werden, auch ist eine geeignete Schutzausrüstung (Kopf-, Knie- und Ellenbogenschutz) nötig. cd

„Es ist eine gute Alternative zum Hafenpark“, sagt Jazz Orth und ergänzt: „So ein Streetpark hat gefehlt.“ Und es sei kein Vergleich zur alten Anlage. „Vorher war der Boden rillig und räudig“, sagt die 22-jährige Bad Vilbelerin. „Man ist nicht wettergebunden“, hebt ihr Freund Anthony Robin Zöllner in Bezug auf die Überdachung durch die Brücke hervor. „Du kannst hier immer fahren, wenn du Bock hast“, sagt der 26-jährige Darmstädter.

Der Frankfurter Verein Concrete Skate war an der Planung und beim Bau beteiligt.

Frankfurt: spannender Wettbewerb auf neuer Skateboard-Anlage unter Friedensbrücke

In der Zwischenzeit wird die Fläche für die Teilnehmenden des Wettbewerbs geräumt. Sachpreise, die lokale Skatefirmen und -shops gestiftet haben, winken bei der Kategorie „Jam“ denen, die besonders eindrucksvolle, aneinandergereihte Tricks zeigen. 60 Teilnehmende haben sich kostenlos angemeldet. „Dann war die Liste voll“, berichtet Marius Karas. Der 32-Jährige ist Vorstandsmitglied des veranstaltenden Vereins „Concrete Skate“. Auf bis zu 200 schätzt er der Zahl der Zuschauenden. Interessierte aus Heidelberg, Limburg und Gießen habe die Veranstaltung angezogen. Zwischenzeitlich musste der Bauzaun, der im Rahmen eines Corona-Hygiene- und Abstandskonzeptes aufgestellt worden war, geschlossen werden. Das Publikum quittiert währenddessen herausragende Kunststücke sofort mit lautstarkem Jubel und Applaus.

„Mir fehlt der Mut mitzumachen“, sagt Emil, der beim Wettbewerb nur zuschaut. Der 13-jährige ist mit seinem Brett vom Frankfurter Ostend aus am Mainufer entlang heran gerollt. „Es hat sich schön angefühlt, zum ersten Mal auf dem neuen, glatt polierten Boden zu fahren“, berichtet er von seinem ersten Testlauf. Trotzdem würde der Schüler nur die Note „Zwei minus“ vergeben: „Es fehlen ein paar Obstacles, also Wellen wie im Hafenpark“, sagt er. „Besser als der alte“, sei er aber allemal und „zum Skaten unter der Woche nach der Arbeit oder Schule ganz nice“.

Kinder trauten sich bei der Eröffnung nur wenige auf die Piste.

Frankfurt: Familienausflug zum neuen Skatepark unter der Friedensbrücke

Familie Campbell aus München, die zu einem Wochenend-Trip in Frankfurt ist, schaut ebenfalls erstmal nur zu. Im Urlaub hätten sie immer die Skateboards von Tochter Geneveive (6) und Sohn Alexander (7) im Gepäck, deren Au-Pair das Skateboarden in die Familie gebracht habe, berichtet Mutter Karen. Mit ihren kleinen Brettern und Helmen auf den Köpfen stehen die Kinder etwas eingeschüchtert zwischen ihren Eltern. Vater Trevor zeigt sich beeindruckt von der Veranstaltung: „Ich finde es toll, wie sich die jungen Leute hier unterstützen“, sagt er auf Englisch. Später traut sich Sohn Alexander waghalsig auch noch auf die Rollfläche zwischen all den Größeren. Es sind vereinzelt immer mal wieder ganz junge Skaterinnen und Skater zu sehen.

Die 30-jährige Lisa steht als eine von wenigen mit Helm, Knie- und Handgelenkschonern bereit zum Losfahren. „Wenn man älter wird, will man die Gelenke nicht mehr strapazieren“, sagt die Berkersheimerin. „Gut durchdacht und cool gebaut“, findet sie den Skatepark. Zum ersten Mal möchte sie heute bei einem Wettbewerb mitfahren. „Man ist beim Skaten sein eigener Gegner, aber die Motivation steigt, je mehr Leute zuschauen“, sagt sie.

Der Belag der neuen Anlage ist sicherer, lobten Skater und Skaterinnen.

Frankfurt: Flowpark unter Friedensbrücke soll nachts beleuchtet werden

Ronny gehört mit seinen 43 Jahren zu den ältesten Semestern. Seit 32 Jahren steht der Bornheimer auf dem Brett und freue sich über die moderne Gestaltung des Skateparks. „State of the Art“, nennt er das, schnappt sein Board und rollt auf die Bahn. Etwas fehlt aber noch, das „ein insgesamt sichereres Gefühl“ vermitteln würde, wie es Vereinssprecher Karas formuliert. Insbesondere für die Wintermonate will sich Concrete Skate für eine Beleuchtung unter der Brücke stark machen. (Clemens Dörrenberg)

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