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Flashmob für eine bessere Welt.

Aktion

Flashmob für Nachhaltigkeit in Frankfurt

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Ein Flashmob am Merianplatz macht Werbung für Nachhaltigkeit im Alltag. 

Verwunderte Blicke am Samstagmittag am Merianplatz: Ein rundes Dutzend Menschen steht da zusammen. Die Gruppe hält Zahnbürsten in die Luft. Zu der Aktion, einem so genannten Flashmob, haben Marlene Haas und Daniela Mahr aufgerufen. Unter dem Motto „Nachhaltig einkaufen!?“ wollen sie zum Nachdenken sowie Hinterfragen anregen, woher alltägliche Produkte kommen, und wie sie hergestellt werden.

„Der Flashmob soll Irritation und Intervention schaffen“, sagt Mahr vom Verein Reflecta. Marlene Haas, von der Initiative „Lust auf besser leben“, ergänzt: „Wir wollen darauf aufmerksam machen, wo man sich Informationen über Produktionswege beschaffen kann.“ Damit will Haas Produzenten und Handel zum Umdenken bewegen. In den kommenden Wochen sollen auf einem Blog Interviews mit Produzenten veröffentlicht werden, die über die Herstellungs- und Lieferkette informieren. Dogmatisch sei das Ganze nicht: „Wenn ich eine Avocado essen will, und weiß, woher sie kommt, kann ich das tun“, sagt Haas und weiter: „Jeder sollte aber eine Haltung entwickeln.“

Die meisten Bürsten der Teilnehmer sind quietschbunt und aus Plastik. Nadine Schandry, eine Komikerin, die die Aktion begleitet, hat sich auf eine Bank gestellt und berichtet von ihrer Bürste aus Bambus. Durch ein Megafon ruft sie: „Bambus verbraucht weniger Rohstoffe und wächst schnell nach.“

Immer wieder schauen Passanten nach der Gruppe, die sich auch mit Brillengestellen, Müllvermeidung und Alternativen zum Einweg-Kaffeebecher zeigt. Alfons Müller sagt: „Auf diese Plastikbecher sollte es Pfand geben“. Der 69-Jährige ist mit seiner Partnerin Margit Amann aus Nieder-Eschbach gekommen. „Ich war total neugierig“, sagt sie. Enttäuscht ist die 62-Jährige über die geringe Resonanz. Dabei sei das Thema wichtig. Wenn sie die Zeit zur Recherche finde, woher ihre Einkäufe stammten, „kommt man irgendwann nicht weiter“. Ärgerlich sei das.

Ähnlich sehen das Anneka Lauterbach und David Zickenheiner, beide 27 Jahre alt, aus Höchst. „So wie’s im Moment ist, kann’s nicht weiter gehen“, sagt Lauterbach. „Wir sind hier, um Leuten das aufzuzeigen, die sich sonst nicht damit beschäftigen“, sagt Zickenheiner. Etwas am Rand sitzen die beiden Jugendlichen Julius Hausen und Tim Evers. „Wir finden das Konzept eigentlich ganz cool, wie man nachhaltiger handeln kann“, sagt Evers. Ihre Eltern hätten den beiden 16-Jährigen ein „Grundverständnis“ für ökologisches Denken mitgegeben. Ihre Mitschüler hätten dagegen wenig Verständnis. „Uncool“, fänden sie das Engagement ihrer Altersgenossen.

Der nächste Flashmob  ist am kommenden Samstag, 16. Februar. Treffpunkt ist um 11.30 Uhr auf der Zeil vor einer Filiale der Modekette Esprit. Weitere Infos: ffm.lustaufbesserleben.de.

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