+
Im Kängurukostüm gegen die Ursachen der Waldbrände in Australien.

Klimaprotest

Frankfurt: Flammender Appell der „Fridays for Future“

  • schließen

„Fridays For Future“ protestiert gegen Kohleprojekt in Australien.

Nein, es sind keine ausgebrochenen Zootiere, die am Freitagvormittag durch Frankfurts Straßen laufen. Die als Koalas verkleideten Demonstrierenden gehören zu „Fridays For Future“ (FFF). Mit dieser Aktion will die Umweltbewegung auf die Waldbrände in Australien aufmerksam machen.

„Australien fackelt gerade der Hintern ab“ ruft es zur Begrüßung aus dem Megafon. Laute Zurufe von den mehr als hundert Anwesenden. Nach Angaben von FFF ist bei den andauernden Waldbränden bereits eine Fläche, größer als Bayern und Baden-Württemberg zusammen, zerstört worden. „Wir werfen der australischen Regierung vor, dass sie trotz der verheerenden Brände ein großes Kohleprojekt fördern will“, sagt Angelina Fiehl, die sich als Organisatorin bei FFF engagiert. Ein besonders strittiges Thema ist für die Demonstrierenden vor allem die mögliche Beteiligung des deutschen Unternehmens Siemens. Das indische Unternehmen Adani will mit Hilfe einer 200 Kilometer langen Eisenbahnstrecke mehrere Millionen Tonnen Kohle durch das Land transportieren. Siemens hat den Auftrag erhalten, diese Strecke mit Signaltechnik ausstatten.

„Siemens darf sich nicht an dem Projekt beteiligen. Das würde die Situation der Menschen und Tiere dort weiter verschlimmern“, sagt Fiehl. Vertreterinnen und Vertreter von „Scientists For Future“ stimmen der Forderung zu. „Es ist nicht vertretbar weiterhin massiv Kohle zu fördern. Wenn Siemens dies unterstützt, dann widerspricht es dem, was die Wissenschaft dringend fordert. Nämlich den Ausstieg aus der Kohle“, sagt die Geoökologin Julia Krohmer.

Auch viele Seniorinnen und Senioren beteiligen sich an diesem Freitag an der Demonstration. So auch Gudrun Idekeit-Stein. Für sie sei FFF ein großer Hoffnungsschimmer, sagt sie. Schon bei den 68er-Protesten sei sie dabei gewesen. „Wir Alten halten die Fahnen hoch.“ Das Vorhaben von Siemens finde sie unmöglich. „Der reine Profitgedanke, ohne an Menschen, Tiere und die Natur zu denken, geht so nicht weiter“, sagt die 77-Jährige.

„Das rafft die australische Regierung anscheinend nicht“, beklagt auch ein Sprecher von FFF, bevor sich der Demonstrationszug in Richtung des australischen Generalkonsulats bewegt.

Mit lauten Rufen bauen sich die rund 150 Menschen vor den Türen des Konsulats auf. „Feuer aus! Feuer aus!“, appellieren sie minutenlang. Eine Aktivistin hält auf Englisch eine Rede, in der sie die Forderung der Bewegung an die australische Vertretung richtet.

Noch vor Ankunft von Fridays for Future (FFF) hatte die Gruppe „Extinction Rebellion Frankfurt“ vor dem Gebäude einen weiteren Protest veranstaltet. Zwei Gruppenmitglieder hatten sich in Koala- und Kängurukostümen vor das Gebäude gelegt. Um den Hals trug das Känguru ein Schild mit der Aufschrift „Letzte Lebende“.

Wie FFF wollen auch sie auf die Zustände in Australien aufmerksam machen und gegen den Bau der Adani-Kohlemine protestieren.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare