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Frankfurt: Festivalatmosphäre auf der Eurobike

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Von: Florian Leclerc

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Große Auswahl: Auf der Eurobike lassen sich viele Räder bestaunen, unter anderem vom Darmstädter Hersteller Riese & Müller. Renate Hoyer
Große Auswahl: Auf der Eurobike lassen sich viele Räder bestaunen, unter anderem vom Darmstädter Hersteller Riese & Müller. Renate Hoyer © Renate Hoyer

Die Weltleitmesse der Radbranche ist zum erstem Mal in Frankfurt. Auf dem Messegelände lassen sich zahlreiche Fahrräder testen. Neuheiten gibt es in vier Hallen zu sehen.

Der erste Eindruck: Die Eurobike 2022 ist groß. Viel größer als die Velo Frankfurt, eine regionale Fahrradmesse, an der auch die Frankfurter Rundschau beteiligt ist. Zur Velo Frankfurt kamen im Juni etwa 200 Aussteller in die Eissporthalle. Zur Eurobike, der Weltleitmesse fürs Radfahren, die aus Friedrichshafen nach Frankfurt umgezogen ist, kommen 1500 Aussteller.

Noch ein Unterschied: Die Velo Frankfurt ist regional. Man kann Produkte kaufen. Die Eurobike ist international. Kaufen kann man nichts, außer Speis und Trank. Bis Freitag kommt das Fachpublikum auf die Eurobike, am Wochenende alle Interessierten.

Rad reiht sich an Rad: Das Testgelände lädt zum Probieren ein.
Rad reiht sich an Rad: Das Testgelände lädt zum Probieren ein. © Renate Hoyer

Sie bekommen wirklich viel geboten. Fahrräder, Bauteile, Zubehör, wohin man schaut. In vier Hallen (8, 9, 11, 12) lassen sich Rennräder, E-Bikes, Lastenräder, Anhänger anschauen und bestaunen. Testen kann man die Räder auch. Zwischen den Hallen ist ein Testgelände aufgebaut.

Das geht so: Man geht zu einem Händler und fragt, ob man ein Rad testen kann. Zum Beispiel das „Family Active Line Plus“ von Urban Arrow. Das ist ein großes Lastenrad (Preis: ab 5290 Euro), in dem vorne Kinder sitzen können. Man registriert sich beim Händler und lässt seinen Personalausweis da. Dann fährt man zu „dem schwarzen Zelt“ gegenüber. Dort muss man sich erneut registrieren, bekommt ein Bändchen ums Handgelenk. Schon geht’s los. Immer den Pfeilen nach. Einmal um die Messehallen herum. Schön flott, wenn die Batterie volle Leistung bringt, etwas langsamer, wenn man selbst mehr treten muss. Man ist aber nicht alleine auf der Strecke. Rad reiht sich an Rad. An den Seiten Tische und Bänke, wo Besucherinnen und Besucher es sich bequem gemacht haben. Bei der Eurobike kommt Festivalatmosphäre auf.

Die Messe

Die Fahrradmesse Eurobike auf dem Frankfurter Messegelände ist noch bis Sonntag, 17. Juli. Die Aussteller:innen präsentieren die Produktneuheiten in den Hallen 8 und 9 sowie 11 und 12 und auf dem Außengelände. Die Besucher:innentage sind am Wochenende. Geöffnet hat die Messe von 9 bis 18 Uhr. Tickets kosten für einen Tag 15 Euro, für zwei Tage 22 Euro. fle

Website: www.eurobike.com

Auch ohne batterieelektrischen Antrieb. Das „Addict Gravel 10 Bike“ von Scott ist ein Gravel-Bike, also ein komfortables Rennrad, aus Carbon (5999 Euro). Es wiegt 8,7 Kilogramm und hat eine Funkschaltung, die per Knopfdruck die Gänge wechselt. Wären nicht überall Schilder „bitte langsam fahren“, würde man über die Teststrecke fliegen.

Tatsächlich fliegen werden die Mountainbike-Slopestyle-Fahrer auf einer 130 Meter langen Piste zwischen den Hallen neun und zehn (Samstag und Sonntag). Erst geht es die etwa zehn Meter steile Rampe hinab. Dann springen die Athleten über mehrere Hügel. Die Szenestars Erik Fedko und Emil Johansson sind mit dabei (Sonntag, 15 Uhr).

In den Hallen selbst bekommt man aktuelle Entwicklungen in der Radbranche gezeigt und erklärt. Die Firma Tannus hat unkaputtbare Reifen entwickelt („Airless Tire“). Sie sind aus Gummi, in dem sich unzählige Luftbläschen befinden. Sticht ein Nagel hinein, bleibt er stecken, das Rad fährt weiter. Zieht man den Nagel raus, verschließt sich der Reifen wieder (ab 49 Euro).

Das Unternehmen Fleximodal hat Anhänger entwickelt, auf denen sich unter anderem ganze Europaletten transportieren lassen können. Die Anhänger sind für die letzte Meile gedacht. Kunden sind unter anderem Paketdienstleister. Die Anhänger sind aber auch regulär über den Handel erhältlich. Damit lassen sich Lasten von bis zu 200 Kilogramm mit dem Fahrrad transportieren.

Schlanke Linie: Bei E-Bikes ist die Batterie oft im Rahmen verbaut.
Schlanke Linie: Bei E-Bikes ist die Batterie oft im Rahmen verbaut. © Renate Hoyer

Ein Fahrradparksystem für den städtischen Raum oder private Innenhöfe stellt das Unternehmen Ranko her. E-Bikes, die bis zu 35 Kilogramm schwer sind, lassen sich senkrecht über einen hydraulischen Arm in das Modul platzieren. Auf einem Parkplatz können den Angaben zufolge mit dem System 20 Fahrräder Platz finden. Es gebe auch Einhausungen mit Dach, auf denen eine Photovoltaikanlage montiert sei. Damit ließen sich die E-Bikes aufladen.

Eröffnet wurde die Eurobike vom Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), der wegen des anstehenden Korruptionsprozesses gegen ihn eigentlich weniger öffentliche Termine wahrnehmen wollte. Schirmherr Volker Wissing, der Bundesminister für Digitales und Verkehr, kündigte eine „Ausbauoffensive Radverkehr“ in Höhe von zusätzlich 250 Millionen Euro bis 2030 an. Karin Müller, die verkehrspolitische Sprecherin der Grünen im Landtag, forderte bessere Radwege in den Kommunen und in Hessen, damit das Fahrrad sein volles Potenzial entfalten könne.

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