Platz zum Üben gibt es am nördlichen Ufer genug.
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Platz zum Üben gibt es am nördlichen Ufer genug.

Politik

Frankfurt: Ferien am gesperrten Mainufer

  • Judith Köneke
    vonJudith Köneke
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Am nördlichen Mainkai soll im Sommer geradelt, gespielt und ein wenig gefeiert werden. Das wünscht sich der Ortsbeirat 1. Unterstützung gibt es von einer Elterninitiative aus Sachsenhausen.

Das nördliche gesperrte Mainufer soll sich in den Sommermonaten einmal mehr zu einem Platz zum Spielen, Radfahren und Flanieren wandeln. Jedenfalls wenn es nach dem Ortsbeirat 1 geht. Unterstützung gäbe es sogar aus Sachsenhausen. Die Elterninitiative Laufradcoup möchte eine Pumptrack aufbauen lassen, eine Fahrstrecke aus Wellen und Kurven. Klaus Markl von der Elterninitiative war in die Sitzung am Dienstag gekommen und berichtete, dass ein Lehrer ihm erzählt habe, dass rund 40 Prozent der Kinder nicht Radfahren könnten. Das könnten sie an der Anlage üben, genauso wie ihre technischen Fahrfähigkeiten.

Die Kosten von rund 5100 Euro würde das Gremium aus seinem Budget übernehmen, um die Umsetzung kümmere sich die Initiative, so die CDU in ihrem Antrag. Von einem Verkehrschaos sei in Sachsenhausen mittlerweile nichts mehr zu spüren, findet Markl.

Viele Familien mit Kindern würden diesen Sommer nicht in Urlaub fahren und ihn stattdessen in Frankfurt verbringen, sagt Ortsvorsteher Oliver Strank (SPD). Darum wird die Stadt zudem gebeten, an den Verein Abenteuerspielplatz Riederwald herantreten, um kurzfristig für mindestens zwei Wochen, gerne länger, ein Angebot für Familien mit Kindern am Mainkai zu organisieren. So könnte das Potenzial des Mainkais getestet und die Sperrung sinnvoll genutzt werden, schreibt die SPD in ihrem Papier. Der Verein könnte sofort beginnen und auch vom Stadtplanungsamt habe man wohl grünes Licht, so Strank. Der Ortsbeirat würde bis zu 4000 Euro hinzugeben. Hier gab es Diskussionen um den Zuschuss und um die Dauer.

Verein kalkuliert mit rund 2000 Euro pro Woche

Andreas Laeuen (Grüne) gefiel zudem nicht, dass der Abenteuerspielplatz Riederwald so viel Geld von der Stadt verlange. Der Verein kalkuliert mit rund 2000 Euro pro Woche. Dabei bekomme er schon genug Geld. Zudem störte Laeuen, dass der Verein SPD-nah sei. Der Dienstleister sei dubios und man sollte ihn nicht unterstützen. Steuergelder seien für Kinder gut angelegt, sagte hingegen Eyup Yilmaz (Linke).

Zusätzlich soll der Magistrat auf die Schausteller und Gastronomen des Mainfestes zuzugehen. Die Veranstaltung fällt dieses Jahr aus. Damit sie einen Teil der Umsatzeinbußen wieder aufholen können, sollen sie wochenweise eine Sondergenehmigungen von Ende Juni bis Ende August erhalten. „Durch eine stets geringe Zahl an Ständen entsteht nicht der Charakter eines Volksfestes“, schreibt die CDU in ihrem Antrag. Laeuen wies darauf hin, dass es da Ärger mit den Anwohnern geben könnte. Darum wurde der Zusatz eingebaut, dass der Magistrat darauf achten soll, dass Lärm durch laute Musik vermieden werde.

Ob der umstrittene Verkehrsversuch verlängert wird, ist noch nicht entschieden. Die Stadtbezirksvorsteherin der Alt- und Innenstadt und Anwohnerin Carola Stark sprach sich jedoch für ein Konzept für die gesamte Innen- und Altstadt aus, statt nur eine Straße zu sperren. Sie habe ein erhöhtes Verkehrsaufkommen festgestellt und es sei sehr laut.

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