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Olivia Dahlem in ihrem Geschäft in der Koselstraße.

Modestadt Frankfurt

Feminine Businessmode aus dem Nordend

Designerin Olivia Dahlem von „Coco Lores“ will Frauen mit Mode erfolgreich machen.

Modedesignerin Olivia Dahlem hat es sich zur Aufgabe gemacht, Frauen im Beruf erfolgreich zu machen. Wie? „Durch die richtige Mode, aber auch durch die richtige Haltung“, sagt sie. Denn ein selbstbewusstes Outfit verleihe Ausstrahlung und gebe Kraft im Berufsalltag.

Unter ihrem Modelabel „Coco Lores“ designt die 51-Jährige feminine Businessmode für Frauen. Ihre Entwürfe präsentiert sie in ihrem Showroom im Frankfurter Nordend. Ursprünglich studierte Dahlem Kommunikationsdesign in Mainz, gründete anschließend eine Agentur und arbeitete als Grafikdesignerin für verschiedene Magazine.

Doch ihre eigentliche Leidenschaft lag stets bei der Mode. „Das hat mich nie losgelassen“, erzählt sie. „Ich habe immer nebenher meine Modesachen gemacht.“ Darunter zum Beispiel ein T-Shirt-Label. Inspiriert von den Frauen in alten Alfred-Hitchcock-Filmen, beschloss sie 2008, sich mit dem eigenen Modelabel „Coco Lores“ selbstständig zu machen. „Ich war begeistert von diesen Frauen mit Attitüde und Eleganz“, sagt sie. Ihre damalige Geschäftspartnerin lernte sie bei einem VHS-Kurs zur Erstellung von Schnittmustern kennen.

Heute entwirft sie zweimal im Jahr eine Kollektion von etwa 30 Teilen, die nachhaltig und fair in Frankfurt produziert werden. Darunter hauptsächlich Hosen, Röcke, Oberteile, Mäntel oder Jacken. Die Teile an den Kleiderstangen in ihrem Showroom in der Koselstraße zeichnen sich aus durch klassische Schnitte und satte Farben. „Ich arbeite gerne mit Kontrasten“, sagt Dahlem. Ihren Stil beschreibt sie als eine „Kombination aus feminin und klassisch, modern und nostalgisch“.

Frauen sollten sich im Büro auch in ihrer Kleiderwahl nicht zurückhalten müssen, findet sie. Vorbei seien die Zeiten, in denen sich Frauen an Männer anpassen mussten und dabei auf denselben langweiligen Hosenanzug angewiesen waren. „Wir Frauen sollten unsere Weiblichkeit zeigen können und trotzdem respektiert werden für das, was wir leisten“, sagt die Designerin.

Kleine Details wie pink eingefasste Nähte oder eine Business-Hose mit neonpinkem Innenfutter sind in ihren Entwürfen keine Seltenheit. „Sie geben der Trägerin ein gutes Gefühl“, gerade weil sie von außen nicht immer sichtbar seien und nur gelegentlich aus einer Jacke oder einer Bluse hervorblitzten. Es gehe ihr auch darum, dass man sich selbst nicht immer zu ernst nehmen solle. Daher auch der Name des Labels: „Kokolores“ ist ein umgangssprachlicher Begriff für „Unsinn“.

Ernst wird die Designerin aber vor allem dann, wenn es um Gleichberechtigung im Beruf geht. „Wir brauchen einen Perspektivwechsel“, sagt sie. Unternehmen müssten diverser werden und mehr Frauen in die Führungsetagen aufsteigen.

Satte Farben mag die Designerin am liebsten.

Viele ihrer Kundinnen haben genau das vor. Sie sind meist berufstätige Frauen zwischen 30 und 65. Ein Großteil arbeitet in der Finanzbranche, viele sind Anwältinnen oder Medizinerinnen. Das Label-Motto „Sie trägt Frankfurt“ ist eine Hommage an diese Kundinnen. Sie findet: „Wir haben so tolle Frauen in Frankfurt. Das kann man auch mal stolz präsentieren.“

Auch sich selbst sieht Dahlem als Geschäftsfrau. „Um in der Mode erfolgreich zu werden, reicht nicht nur das Designen, da gehört mehr dazu“, sagt sie. Einige neue Projekte stehen schon in den Startlöchern. Ab November eröffnet sie im Verbund mit anderen Labels einen neuen Laden im Frankfurter Nordend. „Dort bieten wir das volle Programm, Schuhe, Accessoires, Taschen, Tücher und Kosmetik.“ Geplant sind coronakonforme Beratungstermine nach Vereinbarung.

Die Zukunft der Modebranche liegt für Dahlem nicht nur in dem Thema Nachhaltigkeit, sondern auch im Bereich Digitalisierung. Schon jetzt sei Online-shopping für viele Menschen eine Art „digitales Bummeln“, sagt Dahlem. Für ihre Kundinnen bietet sie auch digitale Beratungstermine über Video-Chat an. „Wir müssen eine Welt im Digitalen aufmachen. Das lernen wir durch die Krise“, sagt sie.

Einen Karriere-Tipp hat die Businessfrau und Modeschöpferin auch: Wichtig sei, dass das, was man tue, aus dem Herzen komme. Und: „Es braucht Mut, um seinen eigenen Weg zu gehen.“

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