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In Hamburg oder Berlin werde die Ausstellung nicht weniger Gegendemonstranten bekommen.

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IAA in Frankfurt: „Feldmann hat nur gesagt, was viele denken“

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Grüne sehen keine Schuld des OB, die CDU wirft ihm Versagen vor.

  • Verlust der IAA: CDU gibt OB Feldmann die Schuld
  • Grüne unterstützen Oberbürgermeister
  • Linke ist nicht traurig über Wegzug der IAA

Frankfurt - Für den Verlust der Internationalen Automobilausstellung (IAA) trägt in erster Linie der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) die Verantwortung: Diese Ansicht vertritt der CDU-Fraktionschef im Römer, Nils Kößler. Der OB habe „bei der IAA einen Scherbenhaufen hinterlassen“.

Der CDU-Politiker erwähnt aber ausdrücklich auch die Proteste gegen die IAA, die im Oktober 2019 von Attac und der Initiative „Sand im Getriebe“ organisiert worden waren. Sie hätten „diese Schlüsselbranche der deutschen Wirtschaft infrage gestellt“. Aus Kößlers Sicht hat der Oberbürgermeister „mit offener politischer Freude diese Proteste begleitet und ermutigt“.

Die CDU vermisse jegliches Engagement des OB, um die IAA in Frankfurt zu halten. Feldmann habe „als Aufsichtsratsvorsitzender der Messe nichts, aber auch gar nichts unternommen“. Nach Kößlers Meinung hätte das Stadtoberhaupt „das Thema sofort zur Chefsache machen müssen“. In buchstäblich letzter Sekunde habe der Oberbürgermeister dann die Scherben seines IAA-Desasters dem Wirtschaftsdezernenten Markus Frank (CDU) „vor die Tür gekehrt“. Direkt und indirekt hingen im Rhein-Main-Gebiet Tausende von Arbeitsplätzen an der IAA. „Von den Messebauern bis zur Hotellerie und den Taxifahrern.“

IAA: Purkhardt lobt Präsentation der Frankfurt Delegation

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Römer, Jessica Purkhardt, gibt Feldmann dagegen nicht die Schuld am Verlust der IAA. „Gegen die Internationale Automobil-Ausstellung haben 30.000 Menschen demonstriert, Peter Feldmann hat nur ausgesprochen, was viele denken.“ Der Oberbürgermeister, der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) und Wirtschaftsdezernent Markus Frank hätten in Berlin beim Verband der Automobilindustrie „eine gute Präsentation“ gezeigt. Es sei enttäuschend, dass sie keinen Erfolg gehabt habe.

Als wahren Grund für den Verlust der IAA sieht Purkhardt den Wunsch des VDA nach einem neuen Messestandort: „Die wollen weg aus Frankfurt.“ Zudem gebe es „viele hausgemachte Probleme“ und „viele Versäumnisse“ des VDA.

IAA: Nissen bedauert Entscheidung gegen den Standort Frankfurt

Auch die Frankfurter SPD-Bundestagsabgeordnete Ulli Nissen vermutet, die Automobilindustrie versuche die IAA durch einen Standortwechsel neu zu beleben. Sie bezweifelt allerdings, dass dies gelingen wird. „Wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit“, sagt die Sozialdemokratin. Frankfurt habe dem Verband der Automobilindustrie eine innovative Messe in der ganzen Stadt und im Umland angeboten, die Frankfurt Delegation sei mit einem tollen Konzept nach Berlin gefahren. Nissen bedauerte die Entscheidung gegen den Standort Frankfurt: „Ich hätte mich gefreut, wenn die IAA 2021 mit einem neuen, grünen Konzept an unseren bewährten Messestandort zurückgekehrt wäre.“

Der Linken-Fraktionschef im Römer, Martin Kliehm, sagte zum IAA-Verlust: „Ich bin nicht traurig drum.“ Das Konzept der alten IAA sei einfach „tot“ gewesen. In Hamburg oder Berlin werde die Ausstellung nicht weniger Gegendemonstranten bekommen.

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