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Wegen Peter Feldmann: Frankfurter CDU-Chef ruft zur #abwahlchallenge auf

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Von: Georg Leppert

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Uwe Becker ruft zur Abwahl des Oberbürgermeisters auf.
Uwe Becker ruft zur Abwahl des Oberbürgermeisters auf. © Christoph Boeckheler

Peter Feldmann soll als OB in Frankfurt abgewählt werden. Der Frankfurter CDU-Chef Uwe Becker startet die #abwahlchallenge, aber noch will niemand so recht mitmachen.

Frankfurt – Kommen wir nun zur Abwahlchallenge. Eine Abwahlchallenge ist eine interessante Angelegenheit, sie funktioniert aber nur mit Hashtag und möglichst kleingeschrieben. Wie es die jungen Leute wie CDU-Chef Uwe Becker im Internet halt machen. Also: #abwahlchallenge.

Gut, der Rest ist ganz einfach, wie Becker in den sozialen Medien erklärt. Man beantragt Briefwahl für den Bürgerentscheid über Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), dann füllt man den Stimmzettel aus, packt ihn in den Peppa-Pig-rosafarbenen Umschlag mit der Adresse des Wahlamts und fotografiert die Postsendung. Dann ab mit dem Foto ins Internet, zum Beispiel auf Facebook oder Twitter. Mit #abwahlchallenge als Bemerkung, versteht sich. Nur einen Fehler dürfe man nicht machen, betont Becker: „Da auch diese Wahl geheim ist, bitte kein Foto vom angekreuzten Stimmzettel machen.“

Allerdings: Wenn die Beteiligung an der #abwahlchallenge ein Indikator dafür ist, wie viele Menschen tatsächlich ihre Stimme abgeben, dann wird das zur Abwahl nötige Quorum wohl eher nicht erreicht und Uwe Becker muss mit seiner Kandidatur als Oberbürgermeister noch etwas warten. 48 Stunden, nachdem der CDU-Politiker die Challenge eröffnet hatte, machte auf Twitter genau eine Person mit: ein Mitglied der Jungen Union, laut Twitter-Profil politiksüchtig und Eintracht-Fan. Gegen nichts davon ist etwas zu sagen. Wobei zur Wahrheit schon gehört: Viele Menschen haben ihre Briefwahlunterlagen noch gar nicht erhalten und können deshalb gar nicht bei der #abwahlchallenge mitmachen.

Frankfurt: Wahlbriefe für Feldmann-Abwahl landen im Müll

Auf Facebook sah es am Donnerstag nicht viel anders aus. Dafür entwickelte sich dort eine Diskussion, wie sie in den sozialen Medien beim Thema OB-Abwahl zuletzt häufiger zu beobachten war: polemisch und mit Härte geführt. Daran beteiligt war auch Thomas Reichert, bekannt als der „Haxen-Reichert“ und offenbar auch Vermieter. Er veröffentlichte ein Foto von acht Wahlbenachrichtigungen. Acht Wahlbenachrichtigungen seiner acht Mieter:innen (Namen und Adresse unkenntlich gemacht), die laut Reichert von den Empfänger:innen sofort in den Müll geworfen wurden.

Daraufhin folgte eine Diskussion über das Wahlrecht für EU-Bürger:innen, das offenbar nicht ausreichend bekannt ist. Nur der Hashtag #abwahlchallenge fand keine Erwähnung mehr. Uwe Becker wird noch einiges zu tun haben – aber es ist ja auch eine Challenge. (Georg Leppert)

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