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Kippas mit Davidstern gab es auch beim Israeltag.

Verein  „I Like Israel“

Frankfurt feiert Israel an der Hauptwache

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Beim Israeltag auf der Hauptwache feiert Frankfurt den jüdischen Staat. Es wehen auch kurdische Flaggen.

Zwischen lauten Beats von Eurovision-Star Netta und leckerer Falafel plaudert Organisator Sacha Stawski am Dienstag auf der Bühne des Israeltages. Es ist ein sonniger Tag auf der Hauptwache, viele Leute nutzen die Gelegenheit, den Staat Israel kennenzulernen: „Wir wollen den Leuten einen anderen Blick auf Israel bieten“, sagt Stawski. In den Medien würde meist negativ berichtet. Der Verein „I Like Israel“ möchte das mit Aktionen wie dem jährlichen Fest ändern. Die Veranstaltung anlässlich der Gründung des Staats vor 71 Jahren wird seit 2012 bundesweit an verschiedenen Tagen gefeiert. Die Aktion soll dazu anregen ins Gespräch zu kommen, etwas Schawarma zu kosten und israelischer Musik zu lauschen, sagt Stawski.

In dem Meer aus Israel-Flaggen finden sich aber auch kurdische Fahnen. Dahinter verbirgt sich der Verein KIFA aus Köln. Die Organisation sieht sich als Brücke zwischen Kurden, Israelis und Deutschen. Gemeinsam wollen hier Juden, Christen und Muslime den israelischen Staat verteidigen und für einen künftigen kurdischen Staat kämpfen. Zwischen Kurden und Israelis gibt es eine lange Freundschaft, in Israel leben sogar 400 000 Kurden, sagt Vereinspräsident Ibrahim Bakhteyar.

Neben dem kurdischen Verein stellen sich eine Reihe anderer Organisationen vor. Der Sportverein Makkabi hat eine Torwand aufgebaut und das Jugendhaus Eckenheim berichtet von vergangenen und geplanten Austauschreisen zwischen Tel Aviv und Frankfurt. Dieses Jahr ist zusammen mit dem Medien-Studio Bornheim eine digitale Schnitzeljagd für zehn Israelis geplant. Die jungen Austauschschüler sollen dadurch die Stadt und deren jüdische Geschichte kennenlernen.

Auf dem Fest geht nicht alles ohne Zwischenfall über die Bühne. Organisator Sacha Stawski berichtet auch von vereinzelten „Free Palestine“-Rufen. „Das stört mich nicht“ sagt Stawski. „Die suchen leider nicht den Dialog, ich würde gerne mit ihnen reden.“ Eine Lösung des Nah-Ost-Konflikts sei möglich.

Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) betont auch die Verantwortung Deutschlands für die Sicherheit des jüdischen Staats: „Israel ist ständig bedroht durch Hamas und Hisbollah, das darf man nicht vergessen.“ Feldmann ist zusammen mit Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) der Schirmherr des Israeltags. Für ihn ist die Partnerschaft mit Tel Aviv ein wichtiges Zeichen gegen Antisemitismus und für Lebensfreude. „Tel Aviv als junge Stadt passt perfekt zu Frankfurt.“ Neidisch ist Feldmann aber trotzdem: „Tel Aviv liegt eben am Meer, das können wir leider nicht bieten.“ Austausch sei immer wichtig, um den Staat Israel kennenzulernen, sagt er: „Egal welche Partei regiert.“

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