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Der Eintracht-Adler fliegt seit Jahren durch Apitz’ Arbeit – und natürlich auch durch die Sonderausstellung im Museum. Ch
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Der Eintracht-Adler fliegt seit Jahren durch Apitz’ Arbeit – und natürlich auch durch die Sonderausstellung im Museum. Ch

Struwwelpeter-Museum

Michael Apitz: Frankfurt feiert den Mann mit der Adlerfeder

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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Viel Eintracht und noch viel mehr: Die Werke von Michael Apitz im Struwwelpeter-Museum.

Frankfurt - In einer perfekten Welt hätte Amin Younes am Dienstag die deutschen Kicker im Wembley-Stadion ins EM-Viertelfinale geknallt, und jede Wette: Fünf Minuten später hätte Michael Apitz das passende Kunstwerk gemalt. Und der Eintracht Frankfurt-Adler hätte dazu gezwinkert, garantiert.

Aber die Welt ist eben kein bunter Teller, und … oder Moment: doch! Wer es nicht glaubt, muss nur in die Ausstellung „Adler, Karl und Struwwelpeter“ gehen, die seit jenem Dienstagabend läuft, dem genialen Zeichner gewidmet. Im Struwwelpeter-Museum eben.

Auch der Fußballgott ist zur Eröffnung erschienen

Da grüßt, natürlich, der Eintracht-Adler mit dem DFB-Pokal und jubelt: „Da ist das Ding!“ Da grüßt aber auch der von Apitz auf Tischbein-Art porträtierte Goethe, bereichert um ein Glas Wein, da grüßt ein eigens geschaffener „Struwwel-Adler“, und da grüßen zwei Hunde aus einer Szene des berühmten Hoffmann’schen Nicht-nur-für-Kinderbuchs. Einer ist jener Hund, der dem bösen Friederich (dem argen Wüterich) sauber ins Bein gebissen hat und nun speisend an dessen Tisch sitzt – der andere ist ein alter Bekannter aus dem Apitz’schen Œuvre: der Hund Grandpatte, Co-Held der „Karl“- Comics, mit denen alles begann.

Zur Eröffnung der Schau am Dienstagabend sind illustre Gäste gekommen. Alex Meier (Fußballgott) ist da, Tanja und Tobi aus der HR3-Morningshow, diverse Sportjournalisten, sogar der Struwwelpeter persönlich. Der hätte gern, dass Apitz ihm die fehlenden Klebebilder ins Panini-Album malt.

Michael Apitz: Ein großartiger Zeichner

Später vielleicht. Jetzt muss erst mal die Museumschefin Beate Zekorn-von Bebenburg den Abend eröffnen. „Es ist die erste Veranstaltung, die wir live wieder im Museum machen“, freut sie sich. Und zieht einige Parallelen zwischen dem Fußball und dem Struwwelpeter (Torwart Uli Stein nannte Franz Beckenbauer bei der WM 1986 einen Suppenkasper und flog raus, fast wie der fliegende Robert) sowie zwischen Struwwelpeter-Schöpfer Heinrich Hoffmann und Michael Apitz: „Beide waren – sind – großartige Zeichner.“

Michael Apitz’ Hommage an den Struwwelpeter: Adler mit Frisur und Hund Grandpatte aus dem „Karl“-Comic am gedeckten Tisch.

Aufmerksam wurde sie auf Apitz schon 1997, als er in seine „Karl“-Comicreihe den Struwwelpeter einbaute. Dieser Comic, Gemeinschaftswerk mit den Autoren Eberhard und Patrick Kunkel, machte den Mann aus Eltville im Handstreich berühmt.

„Es sollte ein einmaliger Gag werden“, sagt Apitz. „Nach drei Wochen waren 10 000 Stück verkauft.“ Und bis heute fast eine Million Alben der zwölfteiligen Reihe, sagt Comic-Fachmann Alex Jakubowski. „Karl“ sei als „deutscher Asterix“ gefeiert worden.

2007 kam ein weiteres Standbein dazu, oder besser: Schussbein. Mit „Im Adler-Olymp“, einer Serie fürs Eintracht-Stadionmagazin fing es an, „Im Herzen von Europa“ ging es weiter. Seither ist der 55-Jährige nicht mehr aus dem Eintracht-Kosmos wegzudenken. Jedes Spiel, jede neue Wendung – Michael Apitz hat es schon gezeichnet, ehe es ans Licht der Öffentlichkeit dringt. „Unseren Haus- und Hofmaler“ nennt ihn Eintracht-Vorstand Axel Hellmann in einer Videobotschaft am Eröffnungsabend. Seine „Da ist das Ding!“-Zeichnung, fürs Pokalfinale 2017 gemacht, 2018 Wirklichkeit geworden: „Das ist für die Ewigkeit“, sagt Hellmann. „Wir sind stolz, dass wir dich haben.“

Goethe, seine zwei linken Füße und der Wein aus dem Rheingau.

So lässt sich auch interpretieren, was Badesalz-Komiker Henni Nachtsheim über Apitz sagt. Einer der besten Künstler sei er, einer, mit dem er den Humor teile, einer, der Einfälle habe. Gemeinsam haben sie ein Eintracht-Buch gemacht, „Adlerträger“, und da hat Apitz einen Papagei hineingezeichnet, der sich für einen Adler hält. „Da muss man erst mal drauf kommen!“, prustet Nachtsheim. Alle Gäste prusten mit. Oder die Fliege Gisela, die Justin-Bieber-Fan ist. Oder „Die Batschers“, Fantasie-Band aus dem Badesalz-Dunstkreis. Die hat Apitz nicht nur gezeichnet, er hatte auch die Idee für ein Batschers-Bier – „das Bier zur Band“. In zwei Wochen, sagt Henni Nachtsheim, kommt es auf den Markt. Die Zeit bis dahin lässt sich prima im Struwwelpeter-Museum verbringen.

Die Ausstellung „Adler, Karl und Struwwelpeter“ ist bis Silvester im Struwwelpeter-Museum in der Altstadt zu sehen, Hinter dem Lämmchen 2-4. „Mitmach-Highlight“: die von Michael Apitz gestaltete Fotowand mit Frankfurter Skyline. (Thomas Stillbauer)

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