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Frankfurt feiert auf der Berger

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Berger Straßenfest 2022 im Nordend. Auf der Bühna am Merianplatz spielt die Cover Rockband Noisic.
Berger Straßenfest 2022 im Nordend. Auf der Bühna am Merianplatz spielt die Cover Rockband Noisic. ©  Rolf Oeser

Zwei Tage lang schieben sich die Massen über die Partymeile im Nordend.

Der Bücherschrank am Merianplatz ist Treffpunkt vieler, die am Samstagabend über das 35. Berger Straßenfest schlendern möchten. Jüngere Besucher:innen haben es sich auf dem Boden gemütlich gemacht, Sitzkreise gebildet und sind in Gespräche vertieft. Soweit sprechen überhaupt möglich ist. Von der Bühne, die in unmittelbarer Nähe aufgebaut ist, schallt Livemusik. Zahlreiche Besucher:innen bleiben vor der Bühne stehen und bewegen sich zum Rhythmus der Musik – meist mit einem Glas Wein oder Aperol-Spritz in der Hand. Derweil wird das Gedränge in der Menge immer dichter. Es wird geschunkelt, gelacht, getanzt und gegrölt.

Kaweh Nemati, der Vorsitzende der veranstaltenden „Interessengemeinschaft Untere Berger Straße“, ist gerade zurückgekehrt von seiner ersten Runde über das beliebte Straßenfest, das zwei Tage dauert. Die Vorbereitungszeit sei dieses Mal kürzer gewesen als sonst. „Erst am 10. April haben wir grünes Licht von der Stadt bekommen.“

Nemati ist zufrieden mit den Eindrücken. „Am meisten“, sagt er, „habe ich mich über die lange Schlange vor den Kinderkarussells gefreut.“ Gleich zwei Fahrgeschäfte für den Nachwuchs sind am Merianplatz in unmittelbarer Nähe zum Spielplatz aufgebaut, darunter auch ein kleines Riesenrad. „Als ich in die Gesichter der Kinder geschaut habe, wusste ich, dass sich die viele Arbeit, die in der Vorbereitung und Durchführung des Berger Straßenfests steckt, gelohnt hat.“

Dass das Interesse an der Veranstaltung in diesem Jahr sogar noch größer sei als vor der Pandemie, macht er zudem an der Dichte der Menschenmenge fest, die sich über die Festmeile schiebt – zwischen Höhenstraße und Bethmannpark. „Es ist jetzt schon voller als beim letzten Fest 2019 am Samstagabend um dieselbe Zeit“, sagt er. Nach seiner Schätzung waren an beiden Tagen rund 80 000 Besucher:innen da, sagt er am Sonntagnachmittag.

Zahlreiche an der unteren Berger Straße ansässige Läden haben größere Verkaufsflächen auf dem Bürgersteig aufgebaut und bieten Prozente an. Die Idee des Einkaufens zum Fest wird gut angenommen. Schuhe, Klamotten, Schmuck – vieles wird angeboten. Neben der unteren Berger Straße sind auch die Zufahrtsstraßen dorthin gesperrt. Wer nicht im Gedränge des Fests stehen will, der genießt das Spektakel von dort ein wenig aus der Ferne, manch einer sogar auf einem mitgebrachten Stuhl.

„Die vielen Menschen sind noch ungewohnt“, findet Anja Franczyk, die mit ihrer Familie und Freunden an einem Tisch am Bethmannpark Platz genommen hat. Bis vor kurzem hätte sie an der Berger Straße gewohnt, nun sei die Familie ins Grüne nach Rodgau gezogen. Ihr gegenüber sitzt Cathrin Haller. Beide sind sich einig: „Es ist schön, dass Feste wie dieses wieder möglich sind.“ Und auch ihre Kinder haben Spaß an dem Ausflug – vor allem an den Leckereien. „Wir haben schon richtig viel gegessen, Waffeln, ein thailändisches Gericht und meine Tochter hat sich Pommes und Würstchen gewünscht“, zählt Cathrin auf. Rund 120 Stände stehen auf der Festmeile.

Während die Rodgauer langsam aufbrechen, wird das Gedränge auf der Straße am Samstagabend immer dichter – ein zügiges Fortkommen ist nur noch an den Seiten entlang der Geschäfte möglich. Aus den Aufgängen der U-Bahn-Station Merianplatz quellen in regelmäßigen Abständen große Mengen an Menschen heraus und reihen sich in den Fluss der Flanierenden ein.

Auf der Bühne am Bethmannpark spielt die Musikgruppe „Band of the Yeah!“, eine Cover-Band aus Frankfurt. Der Sänger fordert die Zuschauer:innen auf aufzustehen und mitzutanzen. Und die lassen sich nicht lange bitten, als die ersten Töne des Songs erklingen. Darauf, wieder einmal gemeinsam zu feiern, haben viele sehnlich gewartet. Die Berger bietet an dem Wochenende die Gelegenheit.

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