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Fechenheimer Wald in Frankfurt offiziell gesperrt - Räumung steht bevor

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Von: Florian Leclerc

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Die Stadt schreibt die Rodung von 626 Bäumen im Fechenheimer Wald aus. Initiativen fordern einen Aufschub für ein weiteres Gutachten.

Frankfurt - Die Autobahn-GmbH des Bundes hat die Sperrung im Fechenheimer Wald im Amtsblatt der Stadt veröffentlicht. Die Waldsperrung ist damit offiziell. Bis 31. Januar dürfen sich keine Menschen im etwa drei Hektar großen Rodungsgebiet aufhalten.

Hindernisse, Baumhäuser und Traversen sollen die Rodung im Fechenheimer Wald hinauszögern.
Hindernisse, Baumhäuser und Traversen sollen die Rodung im Fechenheimer Wald hinauszögern. © Renate Hoyer

Die Autobahn-GmbH will dort zwei Baustraßen für den Ausbau der Autobahn 66 bauen. Das Forstamt Groß-Gerau hat der Waldsperrung zugestimmt. Begründet wird sie unter anderem mit der Sicherheit von Menschen, die sich momentan im Wald aufhalten. Beim Fällen von Bäumen seien sie in akuter Gefahr.

Räumung steht bevor: Initiative fordert Aufschub der Rodung im Fechenheimer Wald in Frankfurt

Dessen ungeachtet halten sich weiterhin Menschen im Wald auf. Ein Einsatz der Polizei wird frühestens ab Donnerstag erwartet, eventuell parallel zur Räumung im besetzten Dorf Lützerath ab Mitte Januar.

Das Aktionsbündnis unmenschliche Autobahn, der BUND Frankfurt und der Bundesverband Naturfreunde fordern die zuständigen Behörden auf, die Rodung im Fechenheimer Wald aufzuschieben. Das geht aus einem Schreiben an die Autobahn GmbH, das Regierungspräsidium Darmstadt als Obere Naturschutzbehörde, das hessische Wirtschaftsministerium als Planfeststellungsbehörde und das Fernstraßen-Bundesamt hervor. Der Rodungsstopp soll so lange bestehen, bis ein unabhängiges Gutachten im Sommer das Vorkommen des streng geschützten Eichen-Heldbocks erneut untersucht hat.

Rodung im März: Umweltdezernat äußert sich nicht zum Fechenheimer Wald in Frankfurt

Die Initiativen zweifeln das Gutachten von Sweco im Auftrag der Autobahn-GmbH als „Auftragsgutachten“ an. Auch in Bäumen mit weniger als 60 Zentimeter Durchmesser könnten Käferlarven leben; einzelne Bäume seien nach der Rodung ungeschützt Wind und Sonne ausgesetzt. Weiterhin stünden Eichen nach Sichtung durch das Aktionsbündnis auf oder nahe der Trassen der Baustraßen.

Neben dem Rodungsgebiet ist ein Areal mit Containern für den Polizeieinsatz umzäunt.
Neben dem Rodungsgebiet ist ein Areal mit Containern für den Polizeieinsatz umzäunt. Renate Hoyer © Renate Hoyer

Im Amtsblatt hat das Grünflächenamt unterdessen die Fällung von 626 Bäumen im Fechenheimer Wald ausgeschrieben. Dies sei eine „Spezialfällung“. Sie beinhalte auch „verkehrssichernde Maßnahmen“. Die Ausführung soll direkt nach dem Zuschlag starten. Beginn der Arbeiten ist demnach Montag, der 16. Januar, das Ende soll am 31. März sein.

Laut Bundesnaturschutzgesetz ist das Roden von März bis September in der Regel allerdings untersagt. Das Umweltdezernat ließ eine Presseanfrage zum Thema bisher unbeantwortet. (Florian Leclerc)

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