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Frankfurt: Faulen fürs Klima

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Von: Thomas Stillbauer

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Irgendwo muss es ja hin.
Irgendwo muss es ja hin. © Monika Müller

Die Stadt plant eine neue Anlage, die Klärschlamm umweltfreundlicher entsorgen und dabei Energie erzeugen soll.

Entscheidend ist, was hinten ’rauskommt, hat Helmut Kohl einmal gesagt. Wichtig ist aber auch, was anschließend damit passiert. In Frankfurt jedenfalls will die Stadtentwässerung (SEF) in den nächsten fünf bis sieben Jahren die Klärschlammbehandlung und -entsorgung auf dem Gelände der Abwasserreinigungsanlage in Sindlingen erneuern. Das Ziel: Nachhaltig, zuverlässig und energieeffizient soll beseitigt werden, was die Kläranlagen aus unserem Abwasser filtern.

Früher landete der Klärschlamm auf den Äckern der Landwirte – das ist schon lange vorbei. Heute macht man das anders: mit einer Verfahrenskombination aus Klärschlammfaulung und -verbrennung. Seit 2013 ist die Faulungsanlage geplant, samt dem dazugehörigen Blockheizkraftwerk.

Es verarbeitet das bei der Faulung entstehende Methan zur Energieerzeugung. Im Dezember kam die Genehmigung des Regierungspräsidiums für diesen ersten Schritt mit einem Investitionsvolumen von etwa 214 Millionen Euro. Zusätzlich will die SEF eine Faulschlammverbrennungsanlage betreiben, für die ein eigenes Genehmigungsverfahren läuft. Beide Großprojekte sollen kurz nacheinander in Betrieb gehen.

Mit den neuen Anlagen werde der Klärschlamm nicht nur der Frankfurterinnen und Frankfurter, sondern von rund 1,14 Millionen Menschen in Frankfurt und den angeschlossenen Nachbargemeinden mit deutlich weniger Umweltbelastung entsorgt, sagt der technische Betriebsleiter der SEF, Roland Kammerer: „Der Neubau ist ein wichtiger Schritt in Richtung Zukunft und Entsorgungssicherheit.“ Zudem werde eine wesentlich höhere Energieeffizienz erreicht; ein Beitrag zum Klimaschutz.

Von Nachbarn oder Umweltverbänden habe es in der Öffentlichkeitsbeteiligung keine Einwände gegeben, betont Karsten Jost, der kaufmännische Leiter des städtischen Eigenbetriebs.

Nähere Informationen zu dem Projekt gibt es auf der Internetseite der SEF: stadtentwaesserung-frankfurt.de

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