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Frankfurt: Fatale Folgen des heißen Sommers

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Der fehlende Niederschlag hat auch dem Getreide zugesetzt.
Der fehlende Niederschlag hat auch dem Getreide zugesetzt. © Renate Hoyer

Der wenige Regen und die trockenen Böden machen der Landwirtschaft und Natur Probleme. Die Dürre war laut Zahlen des Landesamts so schlimm wie nie.

Sie hießen Klaus, Jürgen oder auch mal Oscar und Efim (gesprochen: Jef-im). Die Hochdruckgebiete (in diesem Jahr männlich, im nächsten wieder weiblich) im Sommer 2022 bescherten Deutschland und damit auch Hessen eine Vielzahl von warmen und mitunter heißen Tagen. Aus meteorologischer Sicht endet am 31. August der Sommer. Nichtsdestotrotz wird es auch im September noch warme Tage geben. Doch wie sieht die Bilanz der Monate Juni bis August in diesem Jahr konkret aus?

Im Vergleich zum Vorjahr war es sehr trocken. Nach Daten des Klimaportals des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie fielen an der innerstädtischen Messstation Frankfurt in den drei Sommermonaten 2021 insgesamt 260,8 Liter Regen pro Quadratmeter. 2022 waren es im Juni und Juli gerade mal 49,6. Die Daten für August liegen noch nicht vor. Der Regenreferenzwert liegt bei 182,9 Liter pro Quadratmeter und ist der Mittelwert der Sommermonate der Jahre 1961 bis 1990.

Auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach spricht von „durchweg unterdurchschnittlichen Niederschlägen“. Ersten Auswertungen zufolge fielen in Hessen nur rund 63 Prozent vom langjährigen Mittel (1991-2020), im Juli nur rund 37 Prozent. Im August seien die Niederschlagssummen noch geringer als im Juli gewesen.

Der übliche Rückgang der Bodenfeuchte ab dem Frühjahr fiel in diesem Jahr besonders deutlich aus, so die Einschätzung des DWD. In Hessen liegen die Werte der Bodenfeuchte in null bis 60 cm Tiefe im Mittel aktuell im Bereich der niedrigsten, bisher berechneten Werte seit 1991.

Das spiegelt sich auch im sogenannten Dürre-Index des Landesamtes wieder. Der SPEI-Wert (Standardised Precipitation-Evapotranspiration Index), der Niederschlagsmenge und Verdunstung berücksichtigt, fiel in Frankfurt im Juli 2022 mit -2,7 so schlecht aus wie noch nie seit Erhebung der Daten 1870. Aufgrund des geringen Niederschlages in Kombination mit der Verdunstung kann derzeit von einer Dürre gesprochen werden.

Beim Hitzewellen-Index, den das Landesamt auch auflistet, wird deutlich, wie extrem heiß der Sommer in diesem Jahr war. In jener Statistik werden Hitzewellen aufgelistet, die mehrere aufeinanderfolgende Tage über 30 Grad haben. Um dies besser zu verdeutlichen, werden die Gradzahlen über 30 Grad täglich addiert. Je höher der Endwert, desto heißer waren also die entsprechenden Tage. Bisher lag der Rekord-Wert bei 75 Grad Celsius aus dem Jahr 2003. In diesem Jahr wurde der Wert allerdings mit der Hitzewelle, die bis 27. August ging, pulverisiert. 80,1 Grad lautet nun der neue Rekord.

Für die Landwirtschaft waren die Sommermonate verheerend. Besonders betroffen waren die Kartoffeln, Mais und Zuckerrüben, so der DWD. Zudem könne sich die aktuelle Trockenheit noch auf das Erntejahr 2023 nachwirken. So findet die Nacherntebearbeitung der abgeernteten Flächen zum Teil nur unter ungünstigen Bedingungen statt.

Auch die Bedingungen für die Aussaat von Zwischenfrüchten und Winterraps seien zurzeit ungünstig. Dort, wo es in den letzten Wochen regnete, reiche das zwar möglicherweise für das Auflaufen der Bestände aus, aufgrund der Trockenheit in den tieferen Bodenschichten fehle jedoch häufig das notwendige Wasser zur Jugendentwicklung.

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