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Frankfurt Fashion Week: Nachhaltige, bunte Modeschau

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Von: Kathrin Rosendorff

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Felix Nieder, GQ Gentleman 2021, trägt den Brautrock aus der Peanuts-Kollektion des Designers Dawid Tomaszewski.
Felix Nieder, GQ Gentleman 2021, trägt den Brautrock aus der Peanuts-Kollektion des Designers Dawid Tomaszewski. © Christoph Boeckheler

Auf der Dachterrasse des Sofitel Hotels an der Alten Oper treffen Promis auf außergewöhnliche Outfits.

All models on the rooftop“, ruft die Choreografin, deren Stimme schon ziemlich angeschlagen ist, bei der Probe für eine der beiden Runway Shows, die auf der Dachterrasse des Sofitel Hotels nahe der Alten Oper zu sehen sind. Es bleibt nicht viel Zeit, denn in zehn Minuten sollen bereits die Models der ersten Show, die nachhaltige Mode tragen, mit der Skyline-Kulisse vor Publikum laufen. Ein weiblicher DJ legt coole Beats an diesem Mittwoch auf.

Es ist der dritte Tag der Frankfurt Fashion Lounge, die die meisten Veranstaltungen während der Fashion Week an besonderen Orten in der Stadt präsentiert. Initiatorin Sevinc Yerli sagt: „Wo waren die ganzen Kreativen in Frankfurt vor der Pandemie? Frankfurt ist aus seinem Dornröschen-Schlaf erwacht.“ Am Nachmittag bietet sie lokalen Designer:innen wie Livia Schygulla oder Maurice Martinez eine Plattform.

Die Gäste der nachhaltigen Modeschau am Mittag sind so bunt wie stylish gekleidet, als gehörten sie selbst auf den Laufsteg: Unter ihnen Influencer:innen wie der Frankfurter Dai Vu. Der 23-Jährige trägt Hawaii-Hemd zu passender Hawaii-Shorts. Er ist Make-Up-Artist für Armani Beauty und gibt zudem auf seinem Instagram-Kanal „Food Lover Frankfurt“ Restaurant-Tipps. Neben ihm sitzt die Wiesbadener Bloggerin Kantom, die auch Poetry Slammerin ist, aber vor allem für Veganismus und gegen Rassismus aktiv ist. Sie posiert vor der Show mit Ex-DSDS-Kandidat „die Ludi“, der eigentlich Daniel Ludwig heißt. Ludis Augen-Make-up ist passend zur lila Hose und auch zum bauchfreien Zebra-Streifen-Top.

Der Kölner ist die ganze Woche bei der Fashion Week dabei, modelte auch für den Frankfurter Designer Samuel Gärtner auf dem Eisernen Steg. Ludi sagt: „Ich hatte erst keinen guten Eindruck von Frankfurt, weil die Leute auf der Straße mir unangenehme Blicke wegen meines weiblichen Looks zuwarfen. Aber die Fashion Week hat mich positiv umgestimmt. Ich habe sehr viele kreative Leute kennengelernt, die mich als ‚fashionable person‘ ansehen.“

Dann geht die „Shared Green Runway Show“ auch schon los – in der Mittagshitze. Organisiert haben diese Melina Johannsen und Sanu Sara Durmaz, die zusammen die Shero Agency führen, eine Agentur für nachhaltiges Marketing in Wehrheim.

Die Ludi bei der Frankfurt Fashion Week auf dem  Rooftop des Sofitel Hotels an der Alten Oper.
Die Ludi posiert am Rande der Modeschau. © christoph boeckheler

Die Models auf dem Laufsteg sind divers: So posiert Plus-Size-Model Dascha, die auch Kandidatin bei Germany’s Next Topmodel war, in einem Badeanzug. Sie hält ein Schild hoch, auf dem „Body Positivity“ steht. Der „GQ-Gentleman 2021“ Felix Nieder dreht sich im Brautrock aus der Peanuts-Kollektion des Designers Dawid Tomaszewski. Eine Hommage an Snoopy und seine Freunde.

Auch die Peanuts-Kollektion des Designers Dawid Tomaszewski gab es zu sehen. Christoph Boeckheler
Auch die Peanuts-Kollektion des Designers Dawid Tomaszewski gab es zu sehen. Christoph Boeckheler © christoph boeckheler*

Viel Applaus bekommt Tommy Böhme. Der 30-Jährige ist eigentlich Rollstuhl-Basketballer beim RSV Lahn-Dill, aber seit kurzem bei der Butzbacher Agentur Fair Model, deren Models ausschließlich für faire Labels werben. „Es war mein erster Auftritt als Model. Das ist eine coole Erfahrung“, sagt er. Er präsentiert nachhaltige Sportmode des Frankfurter Labels Vidar Sport. Auch das Frankfurter Label „Stoff aus Indien“ ist vertreten. Die Kleidung: hauptsächlich aus Khadi-Stoffen aus Indien, die seit Generationen in Kunsthandwerkerfamilien von Hand hergestellt werden. Damit sollen auch die Familien unterstützt werden.

Ganz aufgeregt ist die Mannheimer Designerin Melina Bucher, deren Label ihren Namen trägt. „Es hat zwei Jahre Recherche und Entwicklungszeit gekostet, bis wir Materialien gefunden haben, um vegane Handtaschen produzieren zu können, die ohne Tier und komplett ohne Plastik sind.“

Neben ihr sitzt ihr Freund, der den geschäftlichen Teil des Labels übernimmt. Auf der nachhaltigen öffentlichen Messe Neonyt in der Union-Halle sind sie am Wochenende dabei. Dort kann man die Handtaschen auch mal anfassen und bei Gefallen kaufen.

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