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Frankfurt Fashion Week: Models tanzen auf der Ehrenhofterrasse

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Von: Kathrin Rosendorff

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Models, die Tänzerinnen sind, inszenierten die Mode von Anja Gockel auf der Ehrenhofterrasse des Frankfurter Hofes.
Models, die Tänzerinnen sind, inszenierten die Mode von Anja Gockel auf der Ehrenhofterrasse des Frankfurter Hofes. © christoph boeckheler*

Die Mainzer Designerin Anja Gockel zeigt ihre Winterkollektion auf der Fashion Week.

Die Gespräche auf den weißen Stühlen, auf denen Influencer:innen, Journalist:innen und stylishe Gäste aus der Modewelt sitzen, laufen kurz vor der Modenschau auf der Ehrenhofterrasse des Frankfurter Hofes ungefähr so ab: „Der Sekt ist kälter als das Wasser.“ Oder auch: „Ich hätte mir einen Fächer während der Fashion Week besorgen sollen.“ Es ist sehr warm: Eigentlich war Unwetter angekündigt, erzählt die Mainzer Designerin Anja Gockel, die am Freitagnachmittag ihre neue Winterkollektion mit dem Titel „Weltgewand(t)“ im Rahmen der Frankfurt Fashion Week präsentiert.

Sie ist froh, dass sich die Sonne durchgesetzt hat. Der Titel ihrer Kollektion sei kein Zufall: „Weltgewand(t)“ – so lasse sich auch beschreiben, wie sie Frankfurt als neue Fashionmetropole erlebe.

Seit 25 Jahren ist Gockel im Business. „Aber jetzt, zehn Minuten vor Beginn der Modenschau, bin ich aufgeregt wie am Anfang meiner Karriere.“ Bereits vergangenen Sommer war sie mit einer der wenigen echten Live-Shows bei der pandemiebedingten sehr limitierten Frankfurt Fashion Week dabei. „Ich freue mich, dass diesmal so viele Kollegen dazugekommen sind. Es ist toll, dass die Fashion Week sich aus der Szene heraus entwickelt hat. Natürlich ist hier und da noch Luft nach oben. Aber die Magie, die da ist, darf man nicht kleinreden.“ Die Designerin zeigt ihre Mode auch regelmäßig auf der Berliner Fashion Week, im Hotel Adlon. Im Jahr 2020 wurde die Anja Gockel GmbH vom Wirtschaftsministerium Rheinland-Pfalz zu einem der 30 nachhaltigsten Unternehmen des Landes gekürt.

Die 54-Jährige hat als junge Frau sogar bei Vivienne Westwood gejobbt. Unter den Gästen in Frankfurt sitzen einige Ex-Germany’s Next Top Model-Kandidatinnen wie Bruna Rodrigues oder Sophie Dräger, aber keine Einkäufer:innen. „Das ist aber nicht außergewöhnlich. Auch in Paris setzten sich keine Einkäufer in die Shows. Dafür haben sie keine Zeit, aber sie lesen die Berichte in den Zeitungen.“ Sie findet, Deutschland vertrage gut zwei Fashion Weeks, solange diese nicht parallel liefen. Frankfurt und Berlin seien komplett unterschiedlich, würden sich aber gut ergänzen. „Frankfurt ist so sexy wie Berlin reich ist“, sagt sie und lacht. „Wir in der Modebranche brauchen beides: Sexappeal und Reichtum.“

Kurz darauf laufen die Models, die meist tanzen, manche sogar rückwärts. Denn die meisten der Models sind Tänzerinnen. Eine Tänzerin trägt einen sehr warmen, braunen Mantel, ansonsten gibt es viel Elegantes, erdige Farben, zwischendrin bunte, gemusterte Kleider, goldene Glanzhosen mit Schlag.

Im Publikum sitzt auch der Chef der städtischen Wirtschaftsförderung, Oliver Schwebel. Er ist sehr zufrieden mit der ersten echten Fashion Week. Er wolle sich mit den Akteur:innen und der Politik zusammensetzen und sehen, ob und in welcher Form die Fashion Week eine Zukunft hat. Dass ein großes Potenzial da sei, habe sie bewiesen.

Seit 25 Jahren ist die Mainzer Designerin Anja Gockel im Business.
Seit 25 Jahren ist die Mainzer Designerin Anja Gockel im Business. © christoph boeckheler*

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