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Frankfurt: Fair handeln in der Schule und im Alltag

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Von: Judith Köneke

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Hip-Hop Tanz-Workshop mit Tänzerin Lulia Ghirmay.
Hip-Hop Tanz-Workshop mit Tänzerin Lulia Ghirmay. © Christoph Boeckheler

Bei der „Fair-Trade-Schüler:innenakademie“ beschäftigen sich Jugendliche in Frankfurt einen Tag lang mit unterschiedlichen Themen der Nachhaltigkeit.

Auf großen Blättern haben die Schüler:innen aufgeschrieben, was beim Sport alles nachhaltig sein könnte. Fairen Kaffee ausschenken, regionales Obst und Gemüse anbieten, Solarplatten auf dem Dach, Kunstrasen ohne Mikroplastik oder fair produzierte Bälle und Trikots. Aber auch faire Gesten gehören dazu. „Dass ich, wenn ich foule, das auch eingestehe und mich entschuldige“, sagt einer der Schüler. „Genau“, bekräftigt Übungsleiter Robert Wagner, von der Initiative Faireinskultur. Oder fair miteinander streiten und nicht die Schlechteren verhöhnen, fügt er hinzu. Gerade im Sport gebe es viele Möglichkeiten. Doch viele Vereine stellten sich noch quer.

Einkauf im Bioladen

Die Beispiele sind in dem Workshop „Sport handelt fair“ entstanden. Einer von vielen der „Fair-Trade-Schüler:innenakademie“, die am Freitag im Haus der Jugend in Rahmen der Fairen Woche veranstaltet wurde. Angemeldet waren rund 100 Kinder und Jugendliche ab der siebten Klasse aus ganz Hessen. Bis in den Nachmittag drehte sich bei der vom Verein Fair Trade Deutschland organisierten Veranstaltung alles um das Thema „Fairer Handel“ mit dem Schwerpunkt Textil. Neben Tanz- und Graffiti-Workshops gibt es ein Interview mit einem Näher einer Fair-Trade-Näherei aus Indien, der live zugeschaltet wird.

Das Programm wurde von Schüler:innen der ersten Fair Trade School Hessens, der Ernst-Reuter-Schule II, und der IGS Nordend mitentwickelt. Aber auch Schulen, die noch keine Fair-Trade-Bezeichnung haben, sind bei der Akademie dabei. In AGs könnten verschiedene Projekte angestoßen werden, sagt Anna Dobelmann vom Entwicklungspolitischen Netzwerk Hessen. Zudem faire Produkte in der Schule verkauft, Fair-Trade-Themen im Unterricht behandelt – und am besten auch im Alltag umgesetzt werden.

Schülerinnen des Max-Planck-Gymnasiums aus Trier schneiden gerade Vorlagen aus, die sie auf ihre Stofftaschen sprühen wollen. Die Achtklässlerinnen engagieren sich in der Fair-Trade-AG ihrer Schule, sie verkaufen faire Produkte wie Schokolade bei einer Schulfeier, Kaffee und Süßigkeiten und am Valentinstag Rosen. Aber auch in ihrem Alltag achten sie darauf. „Wir kaufen im Bioladen ein“, sagt Haley. „Und oft regionale Produkte“, fügt Viktoria hinzu. Bei Kleidung werde es schon schwieriger, sind sie sich einig. Aber ihre Schwester erbe immerhin ihre Klamotten, und ihr Bruder bekomme oft Kleidung des Cousins, erklärt Haley.

Frankfurt trägt bereits seit 2011 den Titel Fair Trade Town. Eine Koordinierungsstelle steuert die Aktivitäten. Stadtkämmerer Bastian Bergerhoff (Grüne) will den Fair-Trade-Gedanken noch mehr in der Stadtgesellschaft verankern. Er möchte dafür werben, dass sich noch mehr Schulen und Hochschulen beteiligen, und er kann sich noch mehr Zusammenarbeit vorstellen.

Die Jugendlichen konnten am Freitag auch bei einer Stadtrallye teilnehmen, mit Stationen wie der Kleinmarkthalle, dem Weltladen oder dem Café Hoppenworth und Ploch. Der Leitgedanke: Auch in Frankfurt gibt es zahlreiche Orte, die sich mit dem Thema Fair Trade auseinandersetzen – vielleicht nicht unbedingt auf den ersten Blick. Im Rahmen der Rallye lassen sich einige dieser Orte entdecken und vor Ort Aufgaben lösen. Die Rallye wird zum ersten Mal getestet und anschließend ausgewertet. Ab Januar soll sie für jeden und jede (als Teamevent, Geburtstags-, Betriebs- oder Klassenausflug) über die App „Actionbound“ verfügbar sein.

Im Workshop erfahren die Jugendlichen, was im Sport fair sein kann, mit Leiter Robert Wagner.
Im Workshop erfahren die Jugendlichen, was im Sport fair sein kann, mit Leiter Robert Wagner. © Christoph Boeckheler

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