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Manchmal bleibt von dem Fahrrad nur das Vorderrad übrig. peter jülich

Stadtpolitik

Fahrräder besser vor Diebstahl schützen

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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Die FDP macht Vorschläge, was gegen die steigende Zahl an Fahrraddiebstähle getan werden kann.

In Frankfurt wird im Durchschnitt alle zwei Stunden ein Fahrrad geklaut. Das geht aus der Polizeistatistik der Frankfurter Polizei hervor, die im vergangenen Jahr 4050 Fahrraddiebstähle angezeigt bekommen hat. Die Zahl der Diebstähle ist im Vergleich zum Vorjahr noch gestiegen, um rund sieben Prozent, was die Polizei auf die steigende Einwohnerzahl und die Beliebtheit von Fahrrädern zurückführt. In Frankfurt wohnen mittlerweile mehr als 750 000 Menschen. Statistisch gesehen besitzt jeder zweite ein Rad.

Den Fahrraddiebstahl will die FDP im Römer nicht länger hinnehmen. Sie fordert den Magistrat zu verschiedenen Aktionen auf, wie aus einem parlamentarischen Antrag hervorgeht.

So soll die Stadtpolizei bei ihren Kontrollgängen die Fahrradabstellplätze im Blick behalten und frische Diebstahlspuren aufnehmen. Mit einer Kampagne sollen Käuferinnen und Käufer von gebrauchten Rädern sensibilisiert werden, dass es sich um geklaute Räder handeln könnte. Dies sei Hehlerei, so Uwe Schulz, der ordnungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion. Auch sollten Betroffene jeden Diebstahl anzeigen. Nur so könne die Polizei Orte ausmachen, wo oft gestohlen werde, was dann auch veröffentlicht werden sollte.

Weitere Vorschläge: Die städtische Website www.ffm.de und die entsprechende App sollten um eine Fahrradrubrik erweitert werden. Dort könnten Bürgerinnen und Bürger dann „Schrotträder“ melden, die entsorgt gehören, so die FDP. Weiter setzt sich die Fraktion für zusätzliche Abstellplätze ein, die regelmäßig gereinigt werden sollten. Kaputte Räder seien zu entfernen. Während die FDP davon ausgeht, dass die Fahrräder, die gestohlen werden, „immer teurer werden“, stellt sich das aus Sicht des hessischen Landeskriminalamts anders dar.

Demnach handelte es sich bei den gestohlenen Rädern meist um Räder von geringerem Wert, da die teuren von ihren Besitzern in der Regel besser gesichert würden. Entwendet würden Räder am häufigsten aus Wohngebäuden.

Wer sein Rad schützen will, sollte laut ADFC nicht nur ein dickes Schloss kaufen, sondern gleich zwei – und dann Rahmen, Vorder- und Hinterrad an einen im Boden verankerten Fahrradständer oder Mast anschließen. Und man sollte nie das Rad unangeschlossen lassen, um mal schnell zum Bäcker zu gehen. Besser sei es auch, das Rad an öffentlichen Plätzen abzuschließen als an einsamen Orten und man sollte häufiger den Abstellplatz zu wechseln. Teure Fahrräder gehören laut ADFC abgeschlossen in den eigenen Keller oder in abschließbare Fahrradboxen.

Auch Codierung helfe, das Fahrrad zu individualisieren und dadurch zu schützen. Der ADFC Frankfurt bietet regelmäßig Codieraktionen an, die zehn bis fünfzehn Euro kosten. Außerdem sollte man sich Rahmennummer, Fabrikat und Merkmale in einem Fahrradpass notieren.

Gestohlene Räder werden laut Polizei auch auf Flohmärkten verkauft. Oft würden sie in Einzelteile zerlegt und über Onlineportale angeboten, was der Polizei die Zuordnung zum gestohlenen Rad erschwere. Die Chance, das geklaute Rad zurückzubekommen, ist übrigens nicht besonders hoch. Die Aufklärungsquote lag laut Polizei in Frankfurt zuletzt bei rund fünf Prozent.

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