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OB Peter Feldmann testet an der U-Bahn-Station Willy-Brandt-Platz gleich mal den neuen Automaten.

ÖPNV

Fahrkartenautomaten mit Live-Beratung in der U-Bahn-Station

RMV und VGF testen seit Mittwoch neue Fahrkartenautomaten. Diese sollen nicht nur Touristen den Kauf eines Tickets erleichtern.

Besser als ein Roboter ist immer noch ein Mensch. Deshalb testet der Rhein-Main Verkehrsverbund (RMV) gemeinsam mit der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) seit Mittwoch an zwei Fahrkartenautomaten in Frankfurt eine neue Servicefunktion. Diese stellten sie bei einer Pressekonferenz in der U-Bahn Station Willy-Brandt-Platz vor. „Sprich mit mir!“, steht dort in einer großen, gelben Sprechblase auf dem Boden vor dem Automaten.

Wer kennt es nicht? Man ist unterwegs in einer fremden oder der eigenen Stadt. Das Ziel ist klar, aber im regionalen Bus- und Bahnnetz kennt man sich überhaupt nicht aus – und auch nicht bei den Ticketautomaten. Verzweifelt tippt man auf dem Bildschirm herum – die Bahn fährt schon ein. „Hallo, brauchen Sie Hilfe?“, begrüßt die Abbildung einer lächelnden Frau auf dem Monitor des neuen Automaten mit Videoberatung. Durch die Berührung einer gelben Schaltfläche wird der Kunde innerhalb von Sekunden mit einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter des RMV-Servicetelefons verbunden – und das live.

Der Fahrgast schildert, wohin er will. Das Videobild wird ausgeblendet und die Auswahlmöglichkeiten für den Ticketkauf erscheinen wieder. Dieses Mal kann der Fahrgast dabei zusehen, welche Optionen der Mitarbeiter aus der Zentrale antippt, um das gewünschte Ticket zu kaufen. Bestenfalls mit Lerneffekt.

Außerdem kann er Tipps zu Umsteigemöglichkeiten, Handy-ticket und Fahrkartenpreisen bekommen. Bis die Fahrkarte gelöst ist, ist der Kunde mit dem Berater verbunden. „Es ist absolut unkompliziert“, sagt Oberbürgermeister Peter Feldmann, der die Videoberatung gleich testet. „Der einzige Nachteil ist, dass man noch selber zahlen muss“, scherzt Feldmann.

Das Video des Bildschirmschoners erklärt, wie die Live-Beratung funktioniert. Täglich von 7 bis 20 Uhr können sich Fahrgäste von extra geschultem Personal auf Deutsch oder Englisch beraten lassen. Bisher in der B-Ebene der U-Bahn-Station Willy-Brandt-Platz und in Bornheim Mitte.

Geplant sind drei weitere Automaten an der Hauptwache, dem Höchster Bahnhof und der Messe/Festhalle. Die Testphase läuft zwei Jahre. „Wenn das Angebot angenommen wird, geht es weiter“, sagt Knut Ringat, Geschäftsführer des RMV. Wer Hilfe braucht, kann die neuen Automaten an ihrer Farbe erkennen. Anders als die regulären grauen Automaten sind sie gelb lackiert.

Von Hanna Festerling

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