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Fässer illegal im Schwanheimer Wald entsorgt

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Von: Holger Vonhof

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Fässer und Big Bags werden von Spezialkräften untersucht. 5vision-media
Fässer und Big Bags werden von Spezialkräften untersucht. © 5vision-media

Gefahrstoffeinsatz im Schwanheimer Wald in Frankfurt: Auf einem öffentlichen Parkplatz ist es zu einem größeren Einsatz der Berufsfeuerwehr gekommen.

Frankfurt – Gefahrstoffeinsatz unter Atemschutz im herbstlichen Schwanheimer Wald in Frankfurt: Auf dem öffentlichen Parkplatz vor dem Sportplatz an der Schwanheimer Bahnstraße 98 ist es zu einem größeren Einsatz der Frankfurter Berufsfeuerwehr gekommen.

Unbekannte haben dort, wohl über Nacht, mehrere Fässer – zum Teil mit Flüssigkeitsresten – und Big Bags illegal entsorgt. Big Bags (dt. „große Säcke“) sind flexible Behälter, die wie eine überdimensionierte Einkaufstasche aussehen. Ihr Fassungsvermögen beträgt zwischen 1000 und 1300 Litern; sie bestehen aus einem stabilen Kunststoffgewebe und werden in der Logistikbranche oft für Rohmaterialien oder Schüttgüter verwendet. Einige der 100-Liter-Fässer waren umgekippt und offensichtlich bereits ausgelaufen. Auch der Inhalt einer Regentonne war offenbar bereits ins Erdreich gesickert.

Weil die von der Polizei alarmierte Feuerwehr zu Beginn des Einsatzes nicht wusste, um welche Flüssigkeiten es sich handelte, und es im Bereich des Fundes außerdem beißend roch, wurde der Gefahrstoffzug der Frankfurter Berufsfeuerwehr ebenfalls alarmiert. Eingesetzt wurde der Gerätewagen für Messtechnik, der unter anderem mit einem mobilen Massenspektrometer, einem Infrarot- und einem Ramanspektrometer, einem Gerät zur Nuklidbestimmung bei Radioaktivität sowie mit einer Computergefahrstoffdatenbank ausgestattet ist.

Fässer illegal in Frankfurt entsorgt: Spezielle Schutzanzüge und schweres Atemschutzgerät

Experten der Feuerwehr trugen spezielle Schutzanzüge und schweres Atemschutzgerät und nahmen Messungen am Inhalt der Behälter vor, während der Bereich mit rot-weißem Flatterband abgesperrt war. Nach kurzer Zeit wurde festgestellt, dass es sich bei den Flüssigkeiten offensichtlich hauptsächlich um Reste von Diesel und Benzin handelte und die Flüssigkeiten keine größere Gefahr für die Gesundheit der Einsatzkräfte darstellten. Die Feuerwehr sicherte Fässer und Big Bags, deckte den Waldboden ab und übergab die Einsatzstelle an die Wasserbehörde, ans Umweltamt und die Polizei.

Die Fässer wurden inzwischen abtransportiert und werden nun von der Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) fachgerecht entsorgt. Die Polizei möchte gerne ermitteln, wem die Rechnung dafür zugestellt werden darf, damit sie nicht die Allgemeinheit tragen muss – und eine spürbare Strafe sollte es obendrauf geben: Wer im Bereich des Parkplatzes im Schwanheimer Wald zwischen Donnerstag, 15.30 Uhr, und Freitag, 7.45 Uhr, etwas beobachtet hat, wird gebeten, sich unter 069/755-531 10 zu melden. Dabei geht es vor allem um größere Fahrzeuge, die in der Zeit dort gehalten haben: Immerhin ist für die fünf Big Bags mit jeweils mindestens 20 Kanistern à 20 Liter, drei schwarze Müllsäcke mit mindestens je zehn Kanistern der gleichen Art, fünf blaue Fässer und eine Regentonne einiges an Ladekapazität erforderlich. Die Täter müssen also mindestens mit einem Kleinlastwagen gekommen sein.

Im Einsatz waren die Feuerwehr, der Rettungsdienst, das Umweltamt, die untere Wasserbehörde und Kräfte der Polizei. (hv)

Umweltamt und Regionalpark GmbH erneuern die Komische Kunst von FK Waechter. Seit 2006 liegen die übergroßen Eicheln im Schwanheimer Wald, unterdessen sind sie neu geschlüpft und haben sich sogar vermehrt.

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